Curiculum vitae: Kindheit und Jugend

Werdegang des Beowulf


Kindheit und Jugend



Die ersten Kindheitsjahre verliefen relativ ruhig und unbeschwert. Während Wolfhardt, sich seiner Rolle als Erbe bewusst, unserem Herrn Vater nacheiferte, sich früh in Disziplin und Etikette übte, genossen Farline und ich große Freiheiten. Diese nutzten wir weidlich. Wir tollten ungestört überall herum, spielten Abenteurer und anderen viele Streiche. Wir trieben uns viel in den Stallungen und allen Winkeln der Burg herum. Besondere Höhepunkte waren oft die vielen Geschichten des alten Pferdeknechts. Sie waren uns Inspiration für unser Spiel und meist die einzigste Möglichkeit uns kurzzeitig zu bändigen. In Farline hatte ich eine wahre Gesinnungsgenossin gefunden und zusammen waren wir richtige Rabauken und für unsere Umgebung eine wahre Plage.

Rondra 3 v. Hal

Wolfhardt nun fast zwölf Jahre alt verläßt die heimatliche Burg um die kostspielige und exklusive Ausbildung bei Herrn Waldhold Bärngrimm von Weißenstein, einem Weidener Ritter anzutreten. Danach wurde das Leben für uns beiden Wildfänge noch freier und unbeschwerter und wir wurden zu unzertrennlichen Freunden. Unsere trotzdem langmütigen Eltern waren wir eine große Last. Zunehmend versuchten wir den Bruder nachzuahmen und übten mit Holzstöcken den Schwertkampf. Trotz zahlreicher blauer Flecken und Verletzungen wie sie bei solch derben Spiel auftraten hörte man von uns kein Gejammer.

Boron 1 n. Hal

Als ich fast elf Jahr alt war, erzählten mein Vater und meine Mutter, bei einem Besuch in Balsaith, ihre Sorgen und Nöte den Eltern von Feenholde. Diese machten den Vorschlag, da bei mir ein großes Talent zu kämpfen zu erkennen sei, bei der Akademieleiterin Kunhilde von Nordhag vorzusprechen. Diese sei ihnen wohlbekannt und so wäre es eine Möglichkeit Beowulf die Flausen auszutreiben und aus ihm doch noch einen wohlerzogenen und gesellschaftsfähigen Spross zu machen. So kam es, daß ich für den 1. Rondra 2 n. Hal auf der Akademie Schild und Schwert zu Baliho eingeschrieben wurde. Es stand mir nun Tür und Tor offen, die Kriegskunst richtig zu erlernen, auch wenn dies bedeutete von Farline getrennt zu werden.

Rondra 2 n. Hal

Der Tag der Einschulung war gekommen und ich mußte mich von der Familie verabschieden. Die beiden Wildfänge schworen sich alles in Bewegung zu setzen, daß Farline im nächsten Jahr folgen könne. Die Mutter hatte sich allerdings vorgestellt Farline eine höfischere Ausbildung zukommen zu lassen, mußte aber doch einsehen, daß sie viel zu wild dafür ist und gab schließlich klein bei und so durfte Farline mir auf die Schule folgen.

Rondra 3 n. Hal

Endlich war der Tag gekommen, an den Farline und ich wieder vereint sein sollten. Zu diesem Anlaß hatte ich meine Ersparnisse zusammengekratzt und zwei Ringe fertigen lassen. Sie hatten die Gestalt zweier
ineinandergeschlungene Drachen und trugen jeweils unsere Namenszüge. Diese sollten auch nach außen hin unsere Zusammengehörigkeit zeigen und unseren Schwur bekräftigen.

Ingerimm 4 n. Hal

Im Jahre 4 n. Hal , ich war gerade mal vierzehn Götterläufe alt, begann ein Lindwurmartiges Ungetüm aus der Schwarzen Sichel die kleinen nahegelegenen Weiler Weidens heimzusuchen. Nach mehreren vergeblichen Versuche der ortsansässigen Barone das Ungeheuer zu vertreiben, wandten sich diese an den Stadtherren von Baliho, Burggraf Avon Nordfalk von Moosgrund. Zu der Zeit weilte eine Gruppe Zwerge aus Xorlosch vom Orden der Drachentöter, welcher auch Träger der Schule des Drachenkampfes ist, zu Baliho. Diese zog man als Experten zu rate. Schnell war man sich einig, im nächsten Jahr eine gemeinsame Expedition zu starten.




Travia 5 n. Hal



So kam es, daß im Jahre 5 n. Hal eine ansehnliche Schar Ambosszwerge aus Xorlosch mit etlichen Schülern der Kriegerschule in Baliho eintraf. Gemeinsam mit einigen Rittern des Ordens zur Wahrung vom Rhodenstein, den städtischen Soldaten, sowie einer Abordnung der Kriegerschule Schild und Schwert zog man nun Richtung Drachensteine.
Kaum waren Farline und ich mit den ganzen Streitern in der schwarzen Sichel angekommen, nahm das Unglück seinen Lauf. Ein gar übles Unwetter brach über den Zug herein und zersprengte ihn vollständig. Ein jeder suchte schnellstens einen schutzverheißenden Platz.
So traf es sich, daß ich mich mit einem Eleven der Kriegerschule Xorlosch, Korgrimm war sein Name, in einer kleinen Höhle wiederfand. Während sie noch ausharrten, ob nicht das Unwetter nachließe, brach die Nacht herein. So beschlossen die beiden, die Nacht dort zu verbringen.
Die jungen “Helden“ wurden durch seltsame Geräusche aus dem Schlaf geschreckt. Nachdem sie bange Stunden verbracht hatten, dämmerte der Morgen und sie selten fest, daß es sich nur um einige harmlose Pfeifhasen gehandelt hatte.

Da sich das Unwetter verzogen hatte, fanden die beiden schnell zurück zum Rest der Truppe. Es hatten sich alle wackeren Recken wieder eingefunden, nur eine wurde vermisst, ausgerechnet meine Schwester, Farline von Drachenfels.

Während die Zwerge und auch die herzoglichen Gardisten weiter auf Drachenjagd gingen, wurden die Schüler der Akademie von Baliho mit der Suche nach der Vermissten beauftragt. Aber leider blieb diese Suche ohne Erfolg und man fand kein Zeichen von Farline.



Welcher Erfolg der Drachenjagd beschieden war, ist mir nicht überliefert. Sicher jedoch ist, daß seither keine weiteren Belästigungen durch Drachen oder ähnliches Ungetier vorkamen.
Ich wurde für einige Zeit von der Akademie beurlaubt um die schreckliche Nachricht persönlich meinen Eltern überbringen zu können. Nach einiger Zeit der Trauer mußte ich denn schweren Herzens wieder aufbrechen gen Baliho um auf die Kriegerakademie zurückzukehren. Vor allem meiner Mutter fiel der Abschied sehr schwer, lange sah ich sie am Torturm stehen um mir nachzuschauen. Als ahnte sie schon, daß es das letzte Mal sein sollte, daß wir uns auf Dere gegenüber standen.


Firun 6 n. Hal

Meine geliebte Mutter verschied am 12. Firun des Jahres 6 n. Hal. Sie starb vor Gram, hatte sie das Verschwinden ihrer einzigsten Tochter nie verwunden. Wenigstens hatte sie noch den Ritterschlag meines älteren Bruders Wolfhardt im vorangegangenem Jahr noch miterleben dürfen.
War der Kontakt zu meinem jüngeren Bruder schon seit dem Verschwinden Farlines stärker geworden, so vertiefte er sich nach dem Tod unserer Mutter noch weiter.





Rondra 8 n. Hal

Am 17. Rondra 8 n. Hal erhielt ich, zur großen Freude meines Vaters und älteren Bruders, nach erfolgreichem Abschluß der Akademie, den Kriegerbrief überreicht. Nachdem ich, nun stolze siebzehn Götterläufe alt, dieses gebührend gefeiert hatte, kehrte ich auf die väterliche Burg zurück. Dort jedoch litt es mich keine vier Wochen lang. Der Gedanke an meine Schwester quälte mich. Außerdem drängte es mich, das Gelernte in die Tat umzusetzen um mir so meinen Ritterschlag zu verdienen.





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