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| Hexen, Dämonen und Donnersturm |
Hexen, Dämonen und Donnersturm
5. Praios 13 n. Hal
Wir erreichten Angbar, die Stadt der Schmiede, des Feuers und des Handwerks schon am fünften Tag unserer Reise. Sie Stadt am Fuße des Koschgebirges, liegt am gleichnamigen See. Hier hatte ich vor einigen Götterläufen Balum das erste mal getroffen. Von hier gingen wir zum ersten Mal auf eine Abenteuerfahrt, die uns weit in den Süden Aventuriens führte.
In dieser zu einem guten Teil von Zwergen bewohnten Stadt sollten wir, wen wundert dies, einen Ingerimmgeweihten aufsuchen. Balum, der schon einige Zeit hier verbracht hatte, leitete uns auf dem schnellsten Wege zum Tempel, wo wir den gesuchten Geweihten antrafen. Ihm gaben wir die Hinweise in Form eines Rätsels, welches wir uns auf unserem Weg hierher überlegt hatten. Nachdem wir dies erledigt hatten, beschlossen wir, da die Praiosscheibe noch hoch am Himmel stand unverzüglich weiter zu reiten. Unser nächstes Ziel hieß Gareth, die große und prächtige Kaiserstadt.
10. Praios 13 n. Hal
Als wir noch ungefähr eine Tagesreise von Gareth entfernt waren, stiegen wir zur Übernachtung in einem direkt an der Reichsstraße gelegenem gastlichen Hause ab. Als wir zusammen im Gastraum saßen, fiel unserer Yasine ein Mann an einem der Tische auf, der ihr merkwürdiger Weise bekannt vor kam. Sie konnte sich zwar nicht genau entsinnen, dennoch war sie sich fast sicher, ihn während der letzten Tage schon des öfteren gesehen zu haben. Es konnte natürlich jemand sein, der rein zufällig den gleichen Weg wie wir hatte, aber es bestand auch die Möglichkeit......
Auf jeden Fall beschlossen wir, morgen besonders aufmerksam zu sein und eine Art Falle zu stellen.
11. Praios 13 n. Hal
Heuer brachen wir sehr früh auf legten zunächst ein längeres Stück des Wegs zurück, bis wir durch ein dichtes Wäldchen kamen. Dort bogen wir vom Wege ab und versteckten uns im Buschwerk. Samiana verwischte so gut es ging unsere abzweigenden Spuren. Es dauerte nicht lange, so hörten wir die Geräusche eines schnell näher kommenden Reiters. Es war tatsächlich jener Mann aus dem Gasthaus. Erst nachdem der Hufschlag seines Pferdes schon geraume Zeit verklungen war, setzten auch wir unseren Weg fort, nun sicher diesen Verfolger abgeschüttelt zu haben. Um ihn oder andere die uns vielleicht in Gareth beobachten würden zu täuschen, beschlossen wir uns in Gareth in zwei Gruppen aufzuteilen und getrennt verschiedene Tempel aufzusuchen. So konnte man nicht sofort das eigentliche Ziel und somit die Etappe erraten.
Als wir am Nachmittag Gareth erreichten, verabschiedeten Balum und ich uns von Samiana und Yasine. Wir zwei, unserer Berufung entsprechend wollten im Rondra- und Ingerimmtempel opfern. Yasine wollte natürlich den Phextempel aufsuchen. Darüber hinaus hatte sie sich bereit erklärt, wofür ich ihr sehr dankbar war, zu unserem eigentlichen Ziel, in die Stadt des Lichtes zu gehen. Dort sollte sie der Praiosgeweihten unseren, wieder in ein Rätsel verpackten Hinweis mitteilen.
Wir anderen waren sehr froh, diesen Bezirk auf diese Weise nicht zu Nahe kommen oder gar betreten zu müssen. Zu lebhaft waren doch noch unsere nicht gerade erfreulichen Erlebnisse im dortigen Kerker. Ja, Samiana wollte zunächst gar nicht in die Stadt gehen, aber es gelang uns doch noch sie dazu zu bewegen mitzukommen. Mir war es wichtig, gerade angesichts diesen nicht ganz ungefährlichen Auftrags, wenn ich schon nicht selbst um Yasines Sicherheit Sorge tragen konnte, dann wenigstens unsere kampferprobte Elfe an ihrer Seite zu wissen. Samiana sollte Yasine unauffällig beschatten um herauszubekommen, ob wir noch oder schon wieder verfolgt wurden.
12. Praios 13 n. Hal
Wie vereinbart, holten uns Samiana und Yasine dann am nächsten Morgen wieder von dem Gasthaus ab in dem ich mittlerweile immer absteige wenn es mich nach Gareth verschlägt. Nun wieder glücklich vereint, nahmen wir die nächste Etappe in Angriff und lenkten unsere Pferde gen Mitternacht. Auch unser nächstes Ziel war bei uns nicht gerade gut beleumundet, denn es war Wehrheim, der Stammsitz des Bannstrahlordens, der uns ebenfalls nicht in guter Erinnerung ist. Aber die Götter hatten ein Einsehen mit uns denn der Perainetempel befindet sich vor den Toren der Stadt, sodass wir diese gar nicht betreten müssten.
13. Praios 13 n. Hal
Als wir Gareth schon ein ganzes Stück hinter uns gelassen hatten und der leidlich ausgebauten Reichsstraße nach Wehrheim folgten, hatten wir unseren ersten nennenswerten Zwischenfall.
Unser Weg führte gerade durch ein kleines Wäldchen, als uns vier gut gerüstete Söldner mit durchaus respekteinflößenden Korspießen den Weg verstellten. Ein fünfter mit einer gespannten Armbrust im Anschlag gesellte sich sogleich hinzu, hielt sich jedoch zunächst im Hintergrund. In forschen, ja schon regelrecht unverschämten Ton fragte uns ihr Anführer, wer wir seien, wohin wir wollten und ob wir die Freunde des Raidri Conchobairs seien.
Nun ich bin es nicht gewohnt von jemandem dahergelaufenem so angegangen zu werden. Natürlich gaben wir keine der geforderten Auskünfte. Statt dessen verlangte ich nun meinerseits zu wissen wer sie seien und was sie hier wollten. Nachdem es also nicht ganz so verlief wie sie es sich vorstellten, fing der Anführer an uns zu drohen und gab seinem feigen Armbrustschützen ein Zeichen auf uns anzulegen. Als er dann auch noch nach Farlas Zügeln langen wollte, würde es wir zuviel.
Ich ließ Farla steigen und kraftvoll trat sie aus. Sie traf den Söldnerführer so heftig, dass er sogleich zu Boden ging. Leider stürzte auch Yasine vom Pferd, obwohl ich ihr noch zugerufen hatte, sich festzuhalten. Aber es ging alles wohl viel zu schnell. Im nächsten Augenblick schon schlug mir ein Armbrustbolzen ein tiefe, schmerzhafte Wunde. Für einen Moment verlor ich die Kontrolle über mein Pferd. Farla preschte los und riss dabei noch einen der Söldner um. Ein heftiges Kampfgetümmel war sogleich losgebrochen. Balum ließ seinen mächtigen Felsspalter Arax blutige Ernte halten, während auch Samiana einen der Söldner niedergeritten hatte. Es gelang mir trotz der gewaltigen Schmerzen mein Pferd zu stoppen und zu wenden, um zum nächsten Angriff auf die Söldner anzusetzen.
Da erblickte ich aus den Augenwinkeln eine merkwürdige Erscheinung, die sich zwischen Yasine und ihrem Angreifer manifestierte. Dieser wich erschrocken zurück und kam somit in die Reichweite von Farlas Hufen, die er genauso wie einer seiner Spießgesellen, welcher nun neben ihm stand, zu spüren bekam.
Auf mein Komando stieg Farla und drehte sich im Kreis, dabei mit schlug sie mit den Vorderhufen aus. Wie zuvor ihr Anführer mussten auch diese beiden den Staub der Straße schlucken. Erst jetzt kam ich dazu mein gutes Schwert zu ziehen, dabei überkam mich ein großes mächtiges Gefühl.
Ich fühlte mich wie ein großer, strahlender Ritter, gerade wie einer von jenen aus den alten Legenden unserer Sagen. Ja ich meinte sogar meine Rüstung strahlte in einem göttlichen Glanz. Das konnte nur Rondras Segen sein, meine Göttin war mit uns und solchermaßen gestärkt schlug ich mit noch größerer Zuversicht drein. Darüber vergaß ich sogar beinahe meine schmerzende Wunde. Da gab auch schon der Anführer ein Signal worauf alle sogleich die Flucht ergriffen. So schnell der Spuk begonnen hatte war er dann auch vorbei.
Erst jetzt bemerkte ich die beiden Fremden, welche uns offensichtlich in diesem Kampf beigestanden hatten. Doch bevor ich sie richtig begrüßen und ihnen danken konnte, ließ ich mir bereitwillig die erlittene Wunde von unserer heilkundigen Elfe Samiana versorgen. Während ich noch auf dem Boden lag blickte ich mich um und sah, zu meiner Beruhigung, dass Yasine und Balum wohlauf waren. Nun hatte ich Zeit die zwei fremden etwas eingehender zu betrachten. Eine junge südländisch aussehende Frau, mit langen Gewändern, einem Hut und einem langen Stab, gerade so wie Magier ihn tragen, wurde begleitet von einem etwas kleineren Tulamiden mit einem braunen Mantel und ebenfalls einem Stab gerüstet.
Mit wohltönender Stimme stellte er sich als Ahmad ibn Fadlan und seine Begleiterin als Cerberis vor. Auch wir nannten ihnen unsere Namen und dankten ihnen für die unverhoffte Hilfe. Als sie uns fragten warum uns diese Krieger angegriffen hatten konnten wir ihnen keine vernünftige Antwort geben. Wir wussten schlicht und einfach selbst nicht was sie wirklich von uns gewollt hatten.
Ehe wir uns versahen, waren die zwei merkwürdigen Wanderer in ein reges Streitgespräch vertieft. Sie waren sich wohl offensichtlich nicht einig, ob sie nun weiter nach Süden reisen sollten, oder so wie der Herr Ahmad befürwortete lieber wieder umkehren und zurück nach Weiden gehen sollten. Wir boten ihnen an sich uns anzuschließen, da wir ebenfalls auf dem Weg nach Weiden waren. Wir kamen überein, uns erst mal in einem gastlichen Hause, welches wenige Meilen nördlich lag, gemeinsam zu stärken und zu übernachten.
Das waren schon zwei seltsame Gestalten, die wir da getroffen hatten!
Immer wieder fingen sie an sehr hochtrabend zu disputieren und letztlich auch zu streiten. Während jene hochnäsige Magierin, Samiana mit ihrem Gefasel von Magie, Matrix und ähnlichem zunehmend verwirrte, umgarnte Ahmad, ganz Tulamide einen jeden, vor allem aber Yasine mit blumenreicher Sprache. Vor allem dies missfiel mir sehr und ich beschloss die beiden genau im Auge zu behalten. Da waren Balum und ich uns einig, stets wachsam sein zu wollen und die beiden genau zu beobachten. Nach den letzten Erfahrungen die wir gemacht hatten, waren wir der festen Überzeugung, dass aus allen Magierakademien Deres nur schwerlich Gutes kommen konnte.
14. Praios 13 n. Hal
Wie es aussah wollten die Beiden sich uns nun wohl tatsächlich bis auf weiteres anschließen. Also brachen wir nun zu sechst auf, um heute noch Wehrheim zu erreichen. Wohlweislich verschwiegen wir welcher Art Geschäfte uns nach Wehrheim führte.
Als die Beiden hörten, dass wir nach Wehrheim wollten, waren sie ehrlich erschrocken, denn sie hatten auf dem Herweg erfahren, dass dorten eine üble Krankheit ausgebrochen war. Sie solle sogar schon einige Menschenleben gefordert haben, so hatte sie vernommen.
Am späten Nachmittag sahen wir dann die Stadt vor uns liegen. Wie zur Bestätigung ihrer Worte erblickten wir zwei Zelte, die vor den Stadtmauern errichtet waren. Aus einem Zelt trat gerade eine Perainegeweihte und mit ihr drang eine dunkle Rauchwolke aus dem Zelt. Samiana und Balum erboten sich näher zu gehen um mit der Perainegeweihten zu sprechen und weitere Erkundigungen über die Lage in der Stadt einzuziehen. Damit waren wir natürlich sofort einverstanden.
Ohne dass die neuen Weggefährten es mitbekommen hatten wir uns schon ein entsprechendes Rätsel überlegt. Vielleicht waren ja die Götter mit uns und diese Geweihte war genau jene die wir suchten. So konnte es dann sein, dass wir gar nicht erst die Stadt betreten mussten und konnten gleich weiterziehen.
Unsere Hoffnungen erfüllten sich.
Als Samiana und Balum zurückkehrten teilten sie uns mit, dass es durchaus ratsam wäre die Stadt nicht zu betreten angesichts dieser üblen Krankheit. Dabei gaben sie Yasine und mir mit einem verstohlenem Nicken zu verstehen, dass unser Auftrag erledigt war und wir weiterreisen konnten. Um den Schein zu wahren stimmten wir einer sofortigen Weiterreise nur widerwillig zu, ließen uns aber dann doch überzeugen.
Nun wandten wir uns wieder gen Norden, meiner geliebten Heimat Weiden zu. Dort sollten wir einen kleinen Weiler namens Espen aufsuchen, welches rechter Hand der Reichstrasse lag. Dazu mussten wir die Orte Barken und Menzheim passieren und bis fast nach Balihoe reiten.
Dort, wo der Rotwasser in den Pandlaril mündet mussten wir die Strasse verlassen und dem Laufe des Rotwassers folgen und immer auf die schwarze Sichel zu halten.
22. Praios 13 n. Hal
Am 22. Praios schließlich erreichten wir Espen. Hier wies man uns den Weg zu einem Hain, etwas außerhalb des Ortes gelegen. Also wandten wir uns weiter der Schwarzen Sichel zu und folgten dem Rotwasser. Als wir dann die beschriebene Stelle erreichten, fanden wir diese jedoch verlassen vor. Es hatte den Anschein als wäre noch vor kurzem jemand hier gewesen und aber dann ziemlich überstürzt aufgebrochen. Dies war schon etwas merkwürdig. Von Raidri wussten wir, dass alle seine befreundeten Geweihten dazu angehalten waren und auch versprochen hatten ihren Sitz nicht zu verlassen, bis auch der letzte Teilnehmer von ihnen die weiterführenden Hinweise erhalten hatte.
Wir mussten davon ausgehen, dass hier irgendetwas nicht stimmte.
Wir erkundigten uns bei in der Nähe wohnenden Bauern, ob einer von ihnen die junge Rahjageweihte Shanazandra gesehen habe. Wir hatten Glück. Einer der Bauern hatte sie unlängst am Rotwasser entlang wandern sehen, der Schwarzen Sichel zu. Umgehend brachen wir auf und folgten ihr.
Nachdem wir dann im Eilschritt einiges an Weg zurückgelegt hatten, erblickten wir ferne eine einsame Gestalt, die wie es schien eher widerstrebend, in Richtung des Gebirges ging. Deshalb hatten wir sie auch bald eingeholt und stellten fest, dass es tatsächlich die Gesuchte war. Sie machte einen sehr verwirrten Eindruck, als stünde sie unter einem Bann. Der sie zwang immer weiter zu gehen und der ihr nicht einmal erlaubte stehen zu bleiben ohne dann große Schmerzen zu leiden. Es war schrecklich diese bezaubernde Maid so leiden zu sehen.
Mir fiel auf wie Cerberis und Ahmad einen rätselhaften Blick tauschten. Dann hub er an und sagte zu Cerberis, mit Deiner Unterstützung, werte Collega, könnte ich da vielleicht helfen.
Ist er ein Heiler?
Mir fiel dabei ein, dass wir eigentlich bis auf seinen Namen nicht wirklich etwas über ihn wussten. Die so Angesprochene nickte nur. Dann bat er die junge Geweihte, trotz der Qualen, die sie dabei erleiden würde sich kurz hinzusetzen. Auf seine Bitte hielten wir sie zusätzlich noch fest, wobei ich mich dabei sehr mühte möglicht sachte vorzugehen, um ihr nicht zusätzliche Qualen und Schmerzen zu bereiten. Dann konzentrierte er sich und sprach merkwürdige und fremd klingende Worte. Es dauerte noch eine kurzen Moment, dann entspannte sich Shanazandra.
Der Bann oder was auch immer mit ihr gewesen war, war offensichtlich gebrochen. Dies bestätigte nun Ahmad auch, er sprach dann auch noch von so etwas wie satuarischen Matrices oder ähnlich wirren und unverständlichen Dingen.
Ich fürchte ernsthaft, er ist kein Heiler sondern ebenfalls von magischen Kräften verseucht...
Wie auch immer, der liebreizenden Rahja-geweihten ging es jetzt wesentlich besser und das muss man unseren beiden neuen Begleitern zu Gute halten...
Nach kurzer Beratung beschlossen wir nicht weiterzugehen, um herauszufinden wer oder was dies angerichtet hatte, oder wohin die Geweihte gezwungen werden sollte. Wir gedachten nun zunächst die junge Geweihte zu ihrem Hain zurück zu geleiten und notfalls bei ihr zu bleiben, um sie vor weiteren Anschlägen schützen zu können.
Auf dem Rückweg berichtete sie, dass vor geraumer Zeit eine fremde Frau bei ihr gewesen war, die dann weiter am Rotwasser entlang zur Schwarzen Sichel gegangen war. Als sie dann diese Frau beschrieb, erbleichte Cerberis sichtlich, während Ahmad diese schon fast tadelnd anblickte. Ich bekam das Gefühl, die beiden hüteten irgendein dunkles Geheimnis und hatten irgendwie mit dieser Sache zu tun. Nun, wir würden dies eines Praioslaufes erfahren so hoffte und fürchtete ich zugleich...
Als wir uns Espen wieder näherten vernahmen wir ein fernes dumpfes Donnergrollen und sahen Blitze am Horizont zucken. Kurz darauf stand Raidri Conchobair mit seinem Donnersturmwagen vor uns. Wir erstatteten ihm ausführlich Bericht, hatten wir seit unserem Aufbruch von Winhall doch schon so einiges erlebt. Als er alles gehört hatte machte er ein sehr sorgenvolles Gesicht, denn auch er hatte schon von einigen Sabotageakten vernommen. Da passte die Sache mit Geweihten Shanazandra und den fremden Söldnern gerade zu gut ins Bild.
Er berichtete zudem, dass er eine gute Bekannte, die Hexe Luzelin vom Blauen Wald getroffen hatte. Diese sei ihrerseits unterwegs in die Schwarze Sichel zu einer anderen Hexe namens Achaz.
Er dankte uns, dass wir seine Tochter Shanazandra vor drohendem Ungemach bewahrt hatten, war aber nun in großer Sorge um jene Luzelin.
Ich staunte, dass diese junge Geweihte seine Tochter war, wie auch, dass er diese Hex kannte und sich auch noch große Sorgen um sie machte. Beinahe bekam ich über diesen Gedanken nicht mit, dass er die Befürchtung äußerte, dass sich hier abseits des Rennens noch anderes Schlimmes zusammenbraute. Er bat uns nun zunächst herauszufinden, was genau und vor allem warum Shanazandra all dies widerfahren war und erst dann wieder nach Espen zurückzukehren. Es würde ohnehin wohl noch einige Zeit dauern, bis die ersten Teilnehmer des Rennens hier eintreffen würden.
Nachdem wir nun also die reizende Shanazandra in Sicherheit wussten, nahmen wir, vor allem mir fiel dies schwer, Abschied von ihr. Ich hoffte bei mir, dass ich sie auf dem Rückweg nach Espen noch mal und dann etwas länger wiedersehen würde. Auch Raidri brach wieder auf, um noch die letzten Rennetappen einzurichten.
23. Praios 13 n. Hal
Als wir schließlich wieder unter uns waren, gelang es uns, Cerberis und Ahmads zumindest einen Teil ihres Geheimnisses zu entlocken. Wie sie uns mitteilten, hatten sie einige Zeit bei einer Hexe in Weiden nahe der Schwarzen Sichel mit dem Namen Achaz verbracht. Dafür, dass sie einiges bei ihr lernen durften, hatte Cerberis ihr einen Beschwörungsnamen eines Dämonen verraten.
Dabei hatte sie allerdings die Hexe betrogen, da ihr der Namen nur teilweise bekannt gewesen war. Sollte diese Hexe jedoch den Betrug entdecken, soviel war gewiss, würden wir wohl bald einer nach Rache heischenden, mächtigen Hexe gegenüberstehen. Nicht umsonst waren Hexen ihrer Rachsucht wegen mehr als nur etwas berüchtigt!
Es hatte den Anschein, als würde selbst der Himmel ob solcher Dreistigkeit zürnen, denn ein gewaltiger Wolkenbruch durchnässte uns bis auf die Knochen, noch bevor wir unser Gespräch beenden konnten. Bei einer traviagefälligen und ganz in der Nähe wohnenden Bauernfamilie fanden wir glücklicherweise Unterschlupf und konnten unsere durchnässten Sachen wieder trocknen. Während die Bauersfrau uns noch eine wärmende Mahlzeit zubereitete, unterhielten wir uns mit ihr und erfuhren dabei einiges Interessantes aus der hiesigen Gegend.
Sie erzählte unter anderem auch von einer hier ansässigen Hexe Marena. Als sie diese erwähnte blickte Cerberis auf und bestürmte sogleich die Bauersfrau mit neugierigen Fragen über eben jene. Als hätte diese junge und ahnungslose Närrin nicht schon genug Unheil angerichtet!
Mich packte der Zorn und auch namenlose Furcht befiel mich. Schreckliche Erinnerungen vergangener und längst vergessen geglaubter Tage überfielen mich. Ich nahm meine Sachen vom Haken und stürmte aus der Hütte. Ich wollte und musste alleine sein, mich alleine diesen Erinnerungen stellen.
Ich musste an die junge und verführerisch schöne Hexe Siona denken, die zusammen mit dem Elf aus Samianas Sippe unter den schrecklichen und bösen Zaubern jener bösartigen Hexe im Turm auf dem Greifenpass gelitten und letztlich gestorben waren!
Lediglich Torben der Thorwaler, Balum und ich waren, wenn auch schwer angeschlagen mit nichts anderem als dem nackten Leben davon gekommen.
Ich fiel unter Anrufung Rondras auf die Knie, ein Gebet Giselwulfs zur Ehr Rondras fiel mir ein...
Ich zog mein Schwert und während ich diese glorreichen Worte wiederholte, spürte ich eine neue Kraft in mir, Ruhe breitete sich in mir aus und ließ mich zu alter Stärke und Entschlossenheit zurückfinden, in dieser Zeit der Anfechtung.
Langsam, fast wie von selbst, begann ich die wohl vertrauten Bewegungen des Leuentanzes zu vollziehen, so wie mein Vater sie mich lehrte. Da bemerkte ich Yasine, meine liebe und treue Gefährtin, sie war mir wohl voller Sorge gefolgt und erkundigte sich nun nach meinem Befinden.
Nun nachdem ich wieder die Kraft und den Mut Rondras in mir spürte, kehrte ich, Yasine beruhigend und ihr für ihre Fürsorge dankend, zurück zu den anderen. Auf dem Weg zur Hütte erzählte ich ihr in wenigen Worten, was ich einst erlebte, es war das erstemal, dass ich seither darüber mit jemandem sprach. Nun konnte sie verstehen, warum ich so erzürnt gewesen war. Am Haus angelangt, stellten wir fest, dass die anderen gar nicht mehr da waren.
Wie wir erfuhren waren sie zu einem Feld aufgebrochen, auf dem ein Bauer arbeitete. Anscheinend hatte Balum kurz zuvor eben jene Marena vorbeigehen gesehen und wie es schien hatte sie sich gleich darauf wortwörtlich in Luft aufgelöst. Jedenfalls war sie weit und breit nicht mehr zu sehen. Wie uns Ahmad mitteilte, hegte er den Verdacht, dass sie mittels eines Zaubers eine sogenannte harmlose Gestalt angenommen hatte und nun durchaus für uns wie ein harmloser Bauer aussehen konnte.
Gerade wie jener, der nun dort auf dem Felde seine Arbeit verrichtete...
Um dies herauszufinden, ging er nun mit Cerberis zu dem Bauer, um mit ihm zu reden. Kaum waren die beiden dort angekommen, stand tatsächlich mit einem Male statt des Bauern eine ziemlich aufgebrachte Frau auf dem Feld. Als nun auch Yasine zu der Frau Marena hinüberging, begleitete ich sie, stets gewappnet, falls Gefahr drohte. Zunächst zeigte sich jene Frau Marena ziemlich unzugänglich und verstockt, war sie doch recht verärgert darüber, dass unser werter Herr Ahmad offensichtlich ihren Zauber gebrochen hatte. Als wir jedoch Luzelin erwähnten, sowie unsere Befürchtung, dass sie sich gerade in großer Gefahr befinden würde, änderte sich ihre Haltung grundlegend. Nachdem wir kurz berichtet hatten, drängte sie eiligst zum Aufbruch, um Luzelin zu suchen und sie zu warnen oder sie gegebenenfalls zu schützen.
Umgehend machten wir uns nun mit ihr auf den Weg zur Schwarzen Sichel. Unser erstes Ziel war jetzt das Heim der Hexe Achaz, die wohl irgendwie mit dem Übel in Verbindung stand wobei sich Marena dies nicht vorstellen konnte und wollte. Sie konnte es nicht fassen, dass eine ihrer Schwestern so fehlgehen würde und sich wirklich auf eine Dämonenbeschwörung einlassen würde. Aber warum hatte sie denn nun Interesse an dem Namen eines solchen gehabt? Wir mussten uns auf das Schlimmste gefasst machen, zumal Marena schließlich auch einräumte, dass man die Achaz durchaus als ehrgeizig und machthungrig bezeichnen konnte. Wie der Zufall es wollte, war sie ohnehin auf dem Wege zu ihr, um ihr eine Pflanze zu bringen, die jene erbeten hatte. Schnellen Schrittes drangen wir in die Wälder ein, die am Fuße der Schwarzen Sichel lagen.
Als es anfing zu dämmern, hielt Marena plötzlich inne und lauschte angestrengt. Dann bog sie von der bisherigen Richtung ab und folgte einem stetig lauter werdenden stampfenden Geräusch, welches nach einiger Zeit abrupt verstummte. Wir fragten sie, was das alles zu bedeuten hatte. Sie erläuterte uns, dass das Haus der Achaz zu weilen durch die Gegend zu wandern pflegt und somit nicht leicht zu finden sei.
Was sollte das sein, ein Haus das wandert...
Ich traute meinen Ohren nicht!
Weiter sagte sie, dass normalerweise die Achaz ihre Besucher findet und nicht diese sie oder gar ihr Haus und es sei schon recht unüblich, dass wir ihr noch nicht begegnet waren.
Während ich noch über diese abstrusen Worte nachsann, standen wir bei hereinbrechender Nacht unvermittelt vor dem gesuchten Haus.
Wie es schien, war die Achaz tatsächlich nicht da, also ging Marena, begleitet von Cerberis und Ahmad hinein. Wir anderen zogen es zunächst vor draußen zu warten und Wache zu halten. Es verging einige Zeit, ohne dass sich etwas ereignete. Da nun finstere Nacht war, folgten wir den anderen nun doch vorsichtig und misstrauisch. Wir fanden die drei ins Studium einer Schriftrolle vertieft. Sie machten einen sehr besorgten Eindruck und vor allem Marena war recht erzürnt. Die schlimmsten Befürchtungen waren bei weitem noch übertroffen worden. In ihrer Eitelkeit wollte die Achaz einen Trank ewiger Jugend brauen und schreckte dabei offensichtlich vor nichts zurück. Denn an sich mag dies zunächst harmlos klingen, doch wenn man sich betrachtete welcher Art die dazu benötigten Zutaten waren, dann packte einen das blanke Entsetzen!
Das schrecklichste auf dieser Liste des Grauens war jedenfalls das neugeborene Baby, welches aus einer sogenannten unheiligen Verbindung stammen musste. Dies war also der Grund, warum sie die Rahjageweihte unter ihren Bann gepresst hatte. Sie hatte tatsächlich vorgehabt, diese ein solches Kind gebären zu lassen! Welch Frevel vor den Göttern!
Nun aber, nachdem wir ja Shanazandra vor einem solchen Schicksal bewahrt hatten, stand nun zu fürchten, dass sie die eigeborene Hexe Luzelin dafür missbrauchen wollte. Wie es schien sollte, dies in einem schrecklichen Ritual geschehen, unter einer dafür günstigen Sternenkonstellation. Einer solchen wie sie heute nacht gegeben war, wie Yasine, die sich in solchen Dingen auskannte, uns mitteilte. Dies hieß, dass nun die Zeit sehr drängte, wenn es galt solches frevelhafte Tun zu verhindern.
Nun hatte auch Marena erkennen müssen, zu welch wahrlich verabscheuungswürdigem Tun die Achaz fähig und willens war. Zornig zerstörte sie die mitgebrachte Pflanze, da auch diese zu den Zutaten des Trankes gehörte. Sie wollte verständlicherweise keinen Beitrag zu dem Vorhaben der Achaz leisten. Im Gegenteil, mit Cerberis und Ahmad vernichtete sie sämtliche auffindbaren anderen schon vorbereiteten Zutaten.
Dann hieß sie uns warten, denn sie wollte nun versuchen herauszufinden wo sich die Achaz im Moment befand. Dazu wollte sie ihre abnormen Fähigkeiten nutzen, über ich die lieber gar nichts wissen will...
Wir nutzten derweil die Zeit und untersuchten die anderen Räumlichkeiten. Dabei fanden Yasine und ich einen verschlossenen Raum, den zu öffnen für Yasine mit ihren dahingehenden Fähigkeiten kein großes Problem darstellte. Obwohl es ganz finster in dem Raum war, konnte meine Gefährtin einen großen auf den Boden gemalten Stern erkennen. Auf dessen Linien standen zahlreiche halb heruntergebrannte Kerzen. Die herbeigerufene Cerberis, die sich scheinbar auch auf solche Dinge versteht, Rondra steh mir bei, erkannte sofort, dass dieser Raum der Dämonenbeschwörung diente. Aber auch Ahmad und die mittlerweile zurückgekehrte Marena konnten dies bestätigen.
Spätestens jetzt war klar mit welchen abscheulichen Elementen und wohl nicht zum ersten Male die Achaz buhlte!
Nun drängte Marena zum raschen Aufbruch, denn sie hatte auf einem nahem Felsplateau ein großes Feuer entdeckt, um welches einige Hexen tanzten. Auch die Achaz und die gefangene und gebundene Luzelin hatte sie dort ausmachen können. Wir eilten so schnell es ging, von Marena geführt, durch den nächtlichen, finsteren Wald. Mir fiel wieder auf wie trittsicher dabei unsere Yasine war, während ich meine Hand kaum vor den Augen sah und mehrfach ins straucheln kam. Deshalb nahm sie mich schließlich bei der Hand und führte mich sicheren Weges. Schließlich standen wir vor einer auf den ersten Blick unüberwindlichen erscheinenden Felswand. Oben konnten wir schon den Schein des Feuers erblicken, aber wie sollten wir bloß da hinauf kommen?
Die Hex Marena konnte hinauffliegen, wie es scheinbar alle Hexen können! Aber, wie sie sagte nur alleine, uns blieb also nichts anderes übrig als hoch zu klettern. Die Schrecken dieser nächtlichen Kletterpartie werde ich lange nicht vergessen!
Dank der Kletterkünste Balums, seiner großen körperlichen Kräfte und wie ich nur ungern zugebe Cerberis merkwürdigen, magischen Seils gelangten wir irgendwann mehr oder weniger lädiert oben an. Doch oben blieb uns nicht viel Zeit unsere Wunden und Prellungen, verursacht durch so manchen Sturz in die Tiefe, zu verbinden und zu versorgen. Vor allem Samianas elfische Heilkünste, Tränke und Kräuter halfen mir und meinen Gefährten mehrfach wieder auf die Beine. Denn als wir uns hinter einem Felsen verbargen, um zuerst die Lage zu erspähen, stellten wir fest, dass wir wohl gerade noch rechtzeitig gekommen waren.
Während einige Hexen ekstatisch um das Feuer tanzten, saß die Achaz vor einer Art Altar und schien in einer Art Beschwörung vertieft zu sein. Auf dem Altar, ich wage es kaum zu beschreiben, lag die arme Luzelin. Man hatte sie auf den Rücken gelegt und gebunden, nackt, mit weit gespreizten Beinen! In diesem Moment trat ein großer, durchaus wohl anzusehender Mann aus dem Gebüsch. Auch er war nackt und eilte zum Altar, um wohl die wehrlose Luzelin zu besteigen...
Von nun an überschlugen sich die Ereignisse. Mir blieb gerade noch die Zeit mein Kettenhemd über zu streifen und den Waffengurt um zu binden, als sich inmitten des Feuers eine weitere, offensichtlich dämonische Gestalt manifestierte. Derweil hatte Samiana mit sicherer Hand dem zu Luzelin tretenden Mann, ganz unrondrianisch, aber trotzdem der Sache dienend, einen Pfeil in den Rücken geschossen. Ich wollte schon dem losstürmenden und seine Axt schwingenden Balum auf dem Fuße folgen, als ich spürte, dass mich jemand festhielt. Mich umwendend sah ich Yasine direkt neben mir. Sie nahm meine Hand und bat mich eindringlich noch kurz zu warten. Sie wollte wohl noch den Segen der Zwölfe erbitten, welcher in einem Kampf gegen solch dämonische Wesenheiten wahrlich vonnöten war!
Also zügelte ich, wenn auch mühsam, meine Ungeduld und hielt inne. Jedoch während sie leise betete beobachtete ich das Geschehen vor uns. Der von Samianas Pfeil Getroffene brüllte laut vor Wut und wandte sich um. Dabei veränderte sich seine Gestalt und Form, nun zeigte diese Abscheulichkeit seine wahres Gesicht!
Ein skelettierter Widderkopf saß auf einem in langen Tentakeln auslaufendem Körper, nichts war mehr von dem wohlgebautem Manne zu sehen!
Mittlerweile ergriff die Achaz, erkennend, dass so einiges schiefgelaufen war, die Flucht.
Inzwischen hatte die Gestalt im Feuer seine volle Größe erreicht, ein Feuerdämon!
Dieser zweite Dämon bewegte sich auf den anderen Widderköpfigen zu. Dabei schlug er mit seiner von Flammen umzüngelten Pranke nach einer der Hexen die zufällig seinen Weg kreuzte. Diese fing sofort an, unter entsetzlichem Geschrei, lichterloh zu brennen.
Nachdem Yasine ihr Gebet beendet hatte liefen wir los, ich zog im Laufen mein Schwert. Ich hörte Yasine, die sich dicht bei mir hielt, während wir das Feuer umkreisten, noch rufen, dass wir zunächst die gefangene Luzelin befreien sollten. Derweil gingen die Dämonen mit lautem Gebrüll aufeinander los. Gleichzeitig mit Balum kamen Yasine und ich am Altar an, der wackere Zwerg hatte die Flucht der Achaz nicht verhindern können, denn diese war in ihr Fass gestiegen und davongeflogen. Ihm war deutlich der Unmut über das Entkommen der Urheberin dieses ganzen Schlamassels anzumerken. Ungeduldig zerrten Balum und ich an den Fesseln, um die regungslos daliegende Luzelin zu befreien, dabei blickten wir immer wieder gehetzt hinter uns, wo der Kampf zwischen den Dämonen tobte.
Obwohl Luzelin lebte, bekam sie von all dem nichts mit, was hatten sie mit ihr angestellt? Währendessen kämpften die Dämonen verbissen weiter, sollten sie nur, so dachte ich, dann hatten wir später schon weniger zu tun...
Doch Balum verlor schnell die Geduld und überließ es uns Luzelin zu befreien, stattdessen beobachtete er mit gezückter Axt den Kampf der Dämonen. Zu den kämpfenden Dämonen gesellten sich noch einige Hexenbesen, die wie wild und ganz alleine auf den Feuerdämon eindroschen. Als ich endlich drei der vier Fesseln mit meinem Schwert durchschnitten hatte, wurde es dem Feuerdämon anscheinend zu bunt. Er drehte sich mit einem furchtbaren Schrei um und verbrannte, mit den Pranken um sich schlagend, der Reihe nach die Besen.
Auf solch einen Moment hatte Balum wohl gewartet, die Axt schwingend sprang er vor, um nun seinerseits den Feuerdämon anzugreifen. Dabei kam der wackere und übermütige Zwerg gerade zwischen die beiden Dämonen zu stehen. Hoffentlich würden sie ihn jetzt nicht gleichzeitig von beiden Seiten angreifen. Durch dieses Manöver hatte sich der Zwerg, sein Mut mochte beachtenswert sein, sprichwörtlich zischen Hammer und Amboss gebracht. Ich wäre ihm am liebsten sofort zu Hilfe geeilt, aber ich war, wie auch Yasine neben mir, der Ansicht, dass es zunächst wichtiger war die arme Luzelin aus ihrer kompromittierenden Lage zu befreien und sie vor allem vor weiterem Unbill zu schützen. Nicht auszudenken was mit ihr geschehen mochte, wenn es uns nicht gelang die Dämonen zu vernichten....
Doch statt den tollkühnen Zwerg sofort anzugreifen, verharrte der andere Dämon zunächst. Anscheinend hatte der Feuerdämon ihm schon arg zugesetzt und er benötigte etwas Zeit um sich zu regenerieren. Für meinen Geschmack geschah dies allerdings viel zu schnell. Noch während ich die vierte und letzte Fessel löste, drehte er sich zu Yasine und mir um und bewegte sich auf uns zu.
Es gelang mir gerade noch die Luzelin vom Altar zu zerren und sie am Fuße dessen hinzulegen, da war er schon heran und griff uns an. Doch sein Angriff galt nicht mir, sondern meiner teuren Gefährtin Yasine.
Im letzten Moment gelang es ihr einem der nach ihr langenden Tentakeln auszuweichen. Ich griff nach meinem Schwert, welches ich auf dem Altar abgelegt hatte und ging nun meinerseits zum Angriff über. Ich versuchte dabei, mich zwischen den Dämon und Yasine zu bringen, um sie vor weiteren Angriffen zu schützen. Es entspann sich ein wahrlich erbitterter Kampf.
Mit halbem Auge bekam ich noch mit, wie der Feuerdämon mit unglaublicher Geschwindigkeit verschwand und einen reichlich schwelenden und rauchenden Zwerg hinterließ. Direkt darauf ertönt nicht weit von uns ein schrecklicher Schrei. War es Cerberis, die da schrie?
Kurz danach ein weiterer Schrei, ich glaube es war Ahmad, dessen Schrei in ein erschütterndes Todesröcheln überging. Sollte ich all meine Begleiter auf diesem götterverlassenem Plateau verlieren?
Ich verdoppelte meine Anstrengungen und es gelang mir tatsächlich mehrfach die Wand aus Tentakeln vor mir zu durchbrechen und den Dämon empfindlich zu treffen. Jeder Mensch wäre bei solchen Treffern schon längst zu Boden gegangen, doch nicht dieser Dämon!
Während ich ihn auf der einen Seite verletzte, schien er sich auf der anderen wieder zu erholen. Das einzigst Gute war, dass ich selbst nicht von ihm getroffen wurde.
Phex selbst schien seine Hände über mich zu halten und so gelang es die meist ziellos herumzüngelnden Tentakeln allesamt abzuwehren.
Doch endlich, nach einem weiterem wahrlich mächtigen und wuchtigen Treffer meinerseits, ertönte ein markerschütternder Schrei, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ!
Mit diesem Geschrei verschwand der Dämon und fuhr so hoffe ich in die Niederhöllen, um nie wieder auf Deres Boden aufzutauchen!
Aber es blieb mir kein Moment zum Verschnaufen. Als wäre er durch das Geschrei angelockt, sah ich mich urplötzlich dem zweiten, dem Feuerdämon gegenüber. Und sofort entbrannte ein weit heftigerer und noch erbitterter Kampf. Schnell musste ich feststellen, dass dieser der weitaus gefährlicherer, weil wehrhaftere Gegner war.
Jetzt konnte ich gut nachvollziehen, warum meine Gefährten so zu leiden hatten. Im Gegensatz zu ihnen war ich durch ein gutes Kettenhemd und wohl auch durch göttliche Hilfe besser geschützt. Dazu bekam ich auch noch Unterstützung, neben mir tauchte der schon etwas angegriffen wirkende, aber trotzdem wieder wacker dreinschlagende Waffengenosse Balum auf. Gemeinsam hackten wir auf den Dämon ein, um auch diesen bald zur Strecke zu bringen...
Doch so geübt wir im Kampf auch sein mögen, so wacker wir uns behaupteten, es ließ sich nicht umgehen auch selbst getroffen zu werden. So sank schließlich Balum, nachdem er ein zweites Mal einen Prankenhieb nicht hatte abwehren können, mit einem qualvollem Stöhnen zu Boden. Wieder war ich auf mich alleine gestellt, wehrte Hieb um Hieb ab, schlug zurück wann immer sich die Gelegenheit bot die Deckung des Dämons zu durchbrechen.
Ich danke der Herrin Rondra, ein ihr geweihtes Schwert führen zu dürfen, denn auch hier hatte es sich offenbart, dass des Zwergen mächtiger Felsspalter nicht die gewohnte, verheerende Wirkung erzielen konnte. Trotzdem war es gelungen den Dämon zu schwächen, auch wenn es bei diesem ebenfalls schien als würde er sich im gleichen Zuge wieder erholen. Ich musste nur dafür sorgen ihn schwerer zu verletzten, als er sich regenerieren konnte.
Doch würde ich solange die Kräfte dazu haben?
Kurz bevor mir die Kräfte schließlich zu schwinden schienen, stieß ein Scharm schwarzer Vögel hernieder und begann gleichfalls den Dämon zu attackieren. Sie konnten ihn zwar nicht groß verletzten, aber immerhin lenkten sie ihn ab und irritierten ihn.
Darin sah ich nun meine letzte Chance. Ich holte zu einem mächtigen, finalen Hieb aus, legte alle mir noch zu Gebote stehenden Kräfte hinein, es galt den Dämon jetzt in die Niederhöllen zu schicken... oder selbst zu sterben!
Mein Drachenschwert traf, es traf hart und gut, der Dämon schien auf den Tod getroffen!
Wieder ein grausamer Schrei, der durch Mark und Bein drang und auch dieser Dämon war besiegt.
Erschöpft sank ich auf die Knie und dankte den Göttern. Nach einer Weile fand ich die Kraft, um mich zum Altar zu den anderen zu schleppen, um noch etwas auszuruhen. Ich ließ mich neben Yasine fallen und blickte nach meinen Gefährten. Sie alle weilten noch unter den Lebenden, Samiana hatte, man sah ihr die Erschöpfung an, all ihre Kräfte und Künste aufgewandt, um ihnen zu helfen, um wenigstens ihr nacktes Leben zu retten. Und dies ist nicht zuviel gesagt, denn Cerberis und vor allem Ahmads Kleidung waren zum größten Teil verbrannt und auch Balums Rüstung machte einen jämmerlichen Eindruck.
Aber ohne Samianas heilendes Tun wären wohl Cerberis, Ahmad und auch Balum für immer von uns gegangen. Aber trotz ihrer Künste, sahen sie allesamt sehr mitgenommen aus und würden eine ganze Weile brauchen bis überhaupt noch irgendwohin gehen konnten. Selbst Balums Bart war von den dämonischen Feuer versengt, wie auch die Haare Cerberis und Ahmads. Sie waren übersät mit Brandwunden, um deren Versorgung sich jetzt Luzelin kümmerte.
Um die Heilung der zahlreichen Wunden zu fördern, schickte sie Samiana zum nahen Wäldchen, wo, wie sie sagte wirkungsvolle Heilkräuter wuchsen. Ich hatte mich soweit erholt, dass ich Samiana zumindest begleiten konnte, auch wenn ich bei der Kräutersuche selbst kaum helfen konnte und auch einen weiteren Kampf wohl kaum hätte bestehen können. Aus unserem Gepäck suchten wir noch die letzten Kleidungsstücke zusammen, damit Ceberis, Luzelin und Ahmad ihr Blöße zumindest notdürftig bedecken konnten. Danach ruhten wir, um Kräfte zu sammeln für den Abstieg vom Plateau.
24. Praios 13 n. Hal
Gleich nachdem die Praiosscheibe über den Horizont gestiegen war, machten wir uns an den beschwerlichen Abstieg. Obgleich auch dieser wieder sehr mühevoll war, ging es ohne größere Unfälle oder Abstürze vonstatten. Trotzdem war Luzelin, die einfach hinunterflog, nur zu beneiden.
Am Fuße des Berges angelangt machten wir uns auf den Weg nach Espen. Dabei ergab sich so manches Gespräch mit Luzelin. Wir erfuhren so etwas über ihre Gaben, eine ganz besondere, so schien mir die Gabe der Prophezeiung zu sein. Nach einigen Meilen mussten wir eine erschütternde und traurige Entdeckung machen.
Wir fanden den zerschlagenen und leblosen Körper Marenas. Offenbar war sie während unseres Kampfes auf dem Plateau mit den Dämonen der flüchtenden Achaz gefolgt. Schließlich hatte sie die Achaz dann auch gestellt und war ihr dann aber im Kampf unterlegen. Die trauende Luzelin äußerte den Wunsch, Marena ihrer Art entsprechend an einem ihr heiligen und würdigen Ort zu bestatten. Damit meinte sie nichts anderes als das Felsplateau von dem wir gerade kamen. Wir boten ihr an den Leichnam Marenas bis zum Fuße des Berges zu bringen, so konnte sie sich gleich aufmachen um einige ihrer Schwestern zu rufen und zu benachrichtigen.
Am Fuße erwartete sie uns dann mit einigen ihrer Hexenschwestern und mit deren Hilfe schaffte sie die sterblichen Überreste Marenas hinauf, um sie ihrer Sitte gemäß zu bestatten. Auch wir sprachen, unserer Sitte gemäß, einige göttergefällige Gebete, bevor wir wieder aufbrachen. Als wir bei Espen dann endgültig von Luzelin Abschied nehmen mussten, bot sie einem jeden von uns an, einen Blick in die jeweilige Zukunft zu wagen, falls man es wolle.
Ich war für meinen Teil etwas skeptisch und fragte mich, ob es wirklich gut zu heißen und auch ratsam war etwas über das eigene künftige Schicksal zu erfahren.
Schließlich siegte meine Neugier und auch ich bat sie es ebenso bei mir zu versuchen.
Das Ergebnis war recht denkwürdig, entgegen zu den anderen, sah sie meinen Weg zwar weiterführen, aber dann in einer Art von rotem Nebel verschwinden. Wie sie selbst sagte, hatte sie solches bisher erst einmal erlebt und zwar bei niemand Geringerem als dem Schwertkönig Raidri Conchobair. Dies gab und wird mir noch einiges zu denken geben. Ist unser beider Schicksal wirklich miteinander verbunden, ganz so wie Raidri es selbst schon vermutete?
26. Praios 13 n. Hal
In Espen angelangt, versorgten wir uns wieder mit den einfachsten Notwendigkeiten, vor allem Cerberis und Ahmad benötigten neue Kleidung, auch wenn es hier nicht die Kleidung gab, die sie gerne zu tragen wünschten. Balum benötigte ebenfalls ein neues Kettenhemd, damit würde er sich aber wohl noch etwas gedulden müssen bis wir Baliho erreicht hatten.
Bevor wir jedoch weiterreisten, suchten wir des abends die junge Rahjageweihte Shanazandra auf, um uns nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Sie dankte uns herzlich und gab uns den Segen der Göttin.
Nachdem wir uns also davon überzeugt hatten, dass es ihr gut ging, konnten wir also am nächsten Morgen nach Baliho aufbrechen. Wir hofften die Stadt zu erreichen, bevor die ersten Rennteilnehmer ankamen, damit wir uns vorher unseren Einkäufen widmen konnten.
28. Praois 13 n. Hal
In Baliho angekommen, führte ich meine Gefährten durch die Stadt, die mir seit meiner Ausbildung zum Krieger in der hiesigen Schule wahrlich bestens vertraut war. Ich genoss es sehr wieder mal hier zu sein und bedauerte es sehr nur wenig Zeit zu haben. Bei allem was wir hier zu erledigen hatten, hielten wir ständig Augen und Ohren offen, ob nicht gerade jetzt einer der Rennteilnehmer die Stadt passierte. Aber die Zeit reichte aus, uns mit dem Notwendigen für die Weiterreise zu versorgen und nicht nur das, wir fanden sogar ein halbwegs passendes Kettenhemd für Balum.
Es war zwar nicht ganz so gut wie sein ursprüngliches, aber immerhin noch besser als das, was nach dem schrecklichem Kampf von seinem alten Hemd übriggeblieben war.
Nach all den Erlebnissen vergaßen wir natürlich nicht den Göttern für ihren Beistand zu danken und im Tempel zu spenden. So vergingen die nächsten zwei Tage wie im Fluge und als wir dann noch immer nichts vom Rennen gehört hatten, brachen wir wieder auf, um nach Espen zu reisen, schließlich war dort ja das eigentliche Etappenziel.
1. Rondra 13 n. Hal
Am ersten Rondra also waren wir nun wieder auf dem Weg nach Espen, dort mussten wir die Rennteilnehmer treffen, denn ortskundige konnten durchaus Baliho umgehen, um auf kürzerem Weg Zeit zu sparen. Der Weg nach Espen verlief ruhig und ohne jegliche Unterbrechungen.
Nichts deutet daraufhin, dass hier bald eine ganze Horde losgelassener Streitwagenlenker durchkommen würde.
Am 2. Rondra langten wir also wieder in Espen an, wo wir sogleich Shanazandra aufsuchten. Dies war wahrlich wortwörtlich einer der schönsten Aspekte unseres Auftrages, immer wieder ausgerechnet zu ihr gehen zu müssen oder zu dürfen, wie ich gerne zugeben will. Von ihr erhielten wir die Bestätigung, dass bislang noch keiner der rondragefälligen Streiter hier gewesen war.
3. Rondra 13 n. Hal
Heute jedoch änderte sich dies, denn heute erreichte der erste Rennteilnehmer den Weiler Espen. Ich traute meinen Augen nicht, denn es war tatsächlich mein eigener Bruder Giselwulf, nie hätte ich das gedacht und für möglich gehalten!
Meine Erleichterung und Freude kannte keine Grenzen, vor allem war mir wichtig zu sehen, dass alle drei, Farline, Giselwulf und Korgrimm vielleicht etwas mitgenommen, aber doch wohlauf waren. Natürlich war es auch eine großartige Sache, dass sie das Feld anführten, aber andererseits gab auch genau dies Anlass zur Sorge. Es war ja nun fast sicher, dass jemand versuchte das Rennen zu sabotieren oder in seinem Sinne zu beeinflussen. Wer anderes als ausgerechnet der Führende wäre wohl die erste Zielscheibe für weitere Anschläge?
Doch davon wollte Giselwulf der Tapfere nichts hören und auch als wir laut überlegten, ihn in gewissem Abstand zum Schutze zu begleiten schlug er dies Angebot rundheraus ab. In vollem Vertrauen auf die Herrin Rondra, die ihn schützen, oder aber eben verderben würde, wenn es denn so sein solle, wollte er von all dem nichts wissen.
Ja, so sprach ein wahrer Drachenfelser, dachte ich bei mir und blickte mit aufkeimenden Stolz auf meinen jüngeren Bruder, ich hätte nicht anders gehandelt...
Und doch ist es etwas anderes, einfacher, sich selbst der Gefahr auszusetzen, als ein anderen Menschen der einem nahe steht, gefährdet zu wissen und nichts, gar nichts tun zu können!
Denn dazu kam, dass wir seinem Wagen ohnehin nicht in dieser Geschwindigkeit würden folgen können. Mit den besten Wünschen verabschiedeten wir also wieder. Als er schließlich unseren Blicken entschwunden war, brachen wir ebenfalls auf gen Wehrheim, der nächsten Etappe des Rennens. So würden wir inmitten des Rennens reisen, vielleicht noch von dem einen oder anderen Teilnehmer überholt werden. Vielleicht konnten wir bei weiteren Sabotageakten während dieser Etappe den Übeltäter bei frischer Tat überführen. Wir teilten uns nun auf in eine schnellere, berittene Gruppe und eine langsamere Fußtruppe mit Cerberis, Ahmad und Balum.
Auf dem Weg nach Wehrheim gab es allerdings nichts auffälliges zu bemerken. Als wir aber Wehrheim fast erreicht hatten, erreichte uns ein schreckliche Botschaft, ein Perainegeweihte war aus dem Hinterhalt mit einem gezielten Pfeilschuss getötet worden. Schnell wurde unser Verdacht bestätigt, dass es sich dabei um jene Geweihte handelte, die wir aufgesucht hatten und die den Teilnehmern das nächste Ziel mitteilen sollte. Den Göttern sei Dank, waren wir so umsichtig gewesen, nicht nur ihr das nächste Ziel mitzuteilen, sondern einer weiteren Geweihten ihres Vertrauens. So konnte das Rennen ohne Unterbrechung weitergehen, während wir versuchen wollten dem Mord auf die Spur zu kommen.
Am Tempel angekommen, baten wir die anderen immer noch sehr aufgeregten und verstörten Geweihten, ob wir den Leichnam sehen und untersuchen könnten. Doch wie man uns mitteilte, befand sich der Leichnam in der Obhut des hiesigen militärischen Befehlshabers und jener war niemand anderes als Helme Haffax, den wir noch von der Schlacht an der Trollpforte kannten.
Kurzentschlossen gingen Yasine und ich nun doch in die Stadt Wehrheim hinein, gerne hätte ich dies aufgrund der bösen Erinnerungen an die Bannstrahler vermieden, aber es ließ sich jetzt nicht umgehen.
Während wir also zu Graf Helme Haffax vorzudringen versuchten, wollte Samiana sie Umgebung erkunden und nach Spuren des Attentäters suchen.
Schnell hatten Yasine und ich die Stadtresidenz gefunden, aber wie erwartet wollten die Wachen uns zunächst nicht zum Grafen vorlassen, noch ihm eine Botschaft überbringen. Da ließ unsere gute Yasine wieder einmal ihren unvergleichlichen, südländischen Charme spielen und wie durch ein Wunder befand es mit einem Male einer der Wachen doch für möglich dem Herrn Grafen eine Nachricht zu überbringen.
Wir nannten unsere Namen und auch dass wir im Auftrag von Raidri Conchobair hier seien.
Nicht lange danach wurden wir vorgelassen und standen Graf Helme Haffax gegenüber, dem damaligen Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres bei der Schlacht an der Trollpforte. Auch hier wollte Yasine wieder ihren Charme spielen lassen, jedoch bei einem so durch und durch vom militärischen Stil durchdrungenem Herrn wie Graf Helme Haffax, kam man so nicht sehr weit.
Hier war es nun an mir, das Wort zu ergreifen. Ich berichtete in kurzen, knappen Worten, als stünde ich zu Baliho im Kasernenhof. Dabei erwähnte ich beiläufig auch, dass ich ein Veteran der Ogerschlacht und in dieser ein von Waldemar dem Bären persönlich ernannter Bannerführer gewesen war, um meinen Worten etwas mehr Gewicht zu verleihen.
Dies beeindruckte und es wurde uns nicht nur gestattet den Leichnam der Geweihten zu untersuchen, sondern er sagte uns seine volle Unterstützung in diesen Belangen zu.
Als wir ihm dann noch erzählten, dass wir unlängst von einer Söldnertruppe kurz vor Wehrheim auf offener Strasse angegriffen wurden, war er aufrichtig empört. Solches geschah am helllichten Praioslauf direkt vor den Toren der ihm anbefohlenen Stadt!
Unserer Bitte, die Strecke kontrollieren zu lassen, da das Donnersturmrennen sonst gefährdet sein könnte, gab er zu gerne statt. Im Gegenteil, er wollte umgehend höchstpersönlich eine starke Truppe anführen und für die notwendige Sicherheit auf den Strassen sorgen. Auch versprach er eine Botschaft von uns an Raidri Conchobair überbringen zu lassen.
Direkt darauf verabschiedete er sich, um sich sogleich seinen neuen Pflichten zu widmen, wir dagegen wurden zu der bedauernswerten Perainegeweihten geführt. Als wir sie untersuchten war zu sehen, dass sie tatsächlich nur von einem einzigen Pfeil in die Stirn getroffen worden war und wohl sofort in Borons Hallen gegangen war. Sie hatte wenigstens nicht lange gelitten, dies war aber auch das einzigste Gute an dieser frevelhaften Tat. Zugegebenermaßen, es war ein sauberer und sehr präziser Schuss, hier war ein meisterhafter Scharfschütze am Werke gewesen.
Auf mein Verlangen hin, zeigte man uns dann auch den Pfeil. Es handelte sich um einen Langbogenpfeil, der geschwärzt worden war, aber sonst leider keine Kennzeichen aufwies. Allerdings pflegen meist nur hinterhältige, gemeine Meuchler ihr Pfeile zu schwärzen...
Wir verließen die Stadt wieder und gingen zum Tempel, wo wir Samiana wieder trafen. Sie zeigte uns die Stelle von der aus Bogenschütze auf die Geweihte geschossen hatte. Außer, dass seine Fußspuren in Richtung Gareth verliefen, sich aber bald verloren, hatte sie nichts weiteres entdecken können.
Wir suchten ein gastliches Haus nahe der Reichstrasse und hofften, dass unsere anderen Gefährten bald eintreffen würden. Spät am Abend schließlich kamen sie an, sie hatten gar nicht soviel länger gebraucht als wir. Wobei man sagen muss, dass wir auch nicht allzu schnell geritten waren und dazu auch immer wieder die nähere Umgebung der Strasse sondiert hatten. Als wir ihnen von den hiesigen Ereignissen erzählten, waren auch sie sehr empört und erschrocken. Es war schon sehr bedenklich und furchtbar, dass man noch nicht einmal davor zurückschreckte sogar Geweihte der allmächtigen Zwölfe anzugreifen und gar zu töten! Dabei mussten wir wieder daran denken, was der Rahjageweihten zu Espen widerfahren war. Ob sie wohlauf war?
Diese Sache hatte zwar nicht direkt mit dem Donnersturmrennen zu tun gehabt, war aber auch ein Beleg dafür, wie geringschätzig manche Elemente von den Geweihten der Zwölfe dachten.
Da sagte Ceberis, sie wüsste vielleicht eine Möglichkeit, wie sie herausfinden könne, ob es unserer Shanazandra gut gehe. Das klang recht interessant, doch wie wollte sie dies bewerkstelligen?
Es waren immerhin sechs Tagesreisen bis nach Espen!
Dahingehend befragt, wollte sie nicht so recht mit der Antwort herausrücken, bis sie schließlich zugab, dass es eine Art Beschwörung sei...
Ich war empört, genau wie auch Yasine, die anderen waren zumindest sehr erschrocken. Hatten wir nicht gerade erst schreckliche Erfahrungen mit solchen Beschwörungen gemacht und vor allem mit solchen die dann misslangen?
Doch diese vielleicht recht mutige und gelehrte Magierin oder was auch immer hatte sich dies jetzt in den Kopf gesetzt und wollte es auf jeden Fall versuchen. Durch nichts war sie von ihrem Spiel mit dem Feuer abzuhalten. Ich für meinen Teil wollte nichts mit so etwas zu tun haben und folgte meiner Gefährtin Yasine, die das Zimmer schon verlassen hatte. Auch Balum ging nun hinaus, blieb aber im Gasthof.
Ahmad, wohl selbst in solchen Dingen bewandert blieb und wollte, wie er sagte, ihr beistehen und dafür sorgen, dass kein Unglück geschehe. Vor dem Haus trafen Yasine und ich auf Samiana, die es vorgezogen hatte im Freien zu bleiben. Auch sie war nicht gerade begeistert, als sie vernahm, was diese junge Dame vorhatte. Wir wappneten uns, um im Notfall zur Stelle zu sein, doch es geschah nichts. Lediglich einmal hatten wir den Eindruck, einen Windhauch zu verspüren, aber das konnten wir uns auch nur eingebildet haben.
Schließlich kamen Cerberis und Ahmad aus dem Haus und berichteten, dass Shanazandra wohlauf sei und im Moment friedlich schlafen würde. Obwohl ich mir nicht im Geringsten vorstellen konnte, wie Cerberis zu dieser Aussage kommen konnte, war ich gewillt ihr zu glauben.
Erleichtert, dass offensichtlich alles gut gegangen war und vor allem, dass Shanazandra gesund und munter war begab ich mich nun zur Nachtruhe, war die Stunde doch schon recht vorangeschritten.
10. Rondra 13 n. Hal
Nun ging unsere Reise weiter gen Gareth, der nächsten Etappe. Diese Strecke legte wir gemeinsam zurück, da wir davon ausgehen konnten, dass die Strecke von den Gardisten des Grafen Helme Haffax gut kontrolliert wurde. Auf etwa halber Strecke, stiegen wir in einem Gasthof nahe der Strasse ab, wir gedachten uns zu stärken und hier zu übernachten. Unsere Pferde hatten wir im Stalle untergebracht, wo sich schon weitere Pferde anderer Reisende befanden. Nach einer kräftigen Mahlzeit und einem erfrischendem Trunke begaben wir uns auf die Zimmer.
Ich erwachte mitten in der Nacht, ich hatte einen schrillen Pfiff vernommen, meinte ich zumindest. Was ich nun aber gewiss hörte, war Samiana, die mich rief und dazu wiehernde Pferde und Hufgetrappel im Hof. Sofort war ich hellwach, griff nach meinem neben mit liegendem Schwert und eilte die Treppe hinunter in den Innenhof des Gasthauses. Am Tor sah ich Samiana, bemüht ein scheuendes Pferd zu bändigen.
Ich rannte so schnell ich konnte zu ihr. Als sie mich bemerkt hatte, sie rief mir zu, dass jemand versuchte unsere Pferde zu stehlen. Derweil hatte sie sich auf ihr Pferd geschwungen, um einem flüchtenden Reiter nachzusetzen. Ein anderer Mann rappelte sich wenige Schritt vor mir, wo ihn Samianas Pferd offensichtlich abgeworfen hatte und wollte ebenfalls fliehen. Wenn dieser Samianas Pferd genommen hatte, war das andere dann meine treue Farla?
Laut rief ich ihren Namen, in der Hoffnung mein Pferd würde seinen Namen noch vernehmen und seinen ungebetenen Reiter abwerfen und umkehren. Während ich selbst losrannte um den weghinkenden Pferdedieb zu stellen, hörte ich als Antwort auf mein Rufen ein lautes Wiehern und Rumpeln aus dem Stall herüberdröhnen. Also stand mein Pferd wohl doch noch im Stall, hoffentlich würde mein treue Farla dort jetzt keinen Schaden anrichten!
Bald hatte ich den Flüchtigen eingeholt. Ihn zu Fall zu bringen, war das eine, blank zu ziehen und ihm das Schwert an die Kehle zu halten das nächste. Den Dieb solchermaßen Schach haltend blickte ich mich nun nach meinen Gefährten um. Samiana war im Dunkel der Nacht entschwunden, da blieb mir nur zunächst zu warten, bis sie zurückkehrte. Die anderen kamen gerade angelaufen. Ich berichtete was geschehen war. Wir kehrten mit dem Gefangenen, ein offensichtlich sehr armer Bauersohn, ins Gasthaus zurück, fesselten ihn und warteten auf Samianas Rückkehr.
Es dauerte ein ganze Weile bis wir endlich müdes Hufgetrappel vernahmen und unsere Elfe erblickten. Sie sah recht mitgenommen aus und kam allein. Der andere Pferdedieb war ihr entkommen, so erzählte sie. Dabei war sie beim waghalsigen Ritt durchs Dunkle auch noch schwer gestürzt. Ich weiß nur zu gut, wie riskant eine solche Verfolgungsjagd im Madalicht ist, hatte ich doch auf einer solchen eine von Galottas Elfinnen zur Strecke gebracht. Man muss schon ein guter Reiter sein und dazu wohl auch das Wohlwollen der Götter genießen, um solch einen Ritt ohne Unfall zu meistern!
Aber dies war nun nicht ganz so schlimm, schließlich hatten wir ja den Kumpanen des flüchtigen Diebes gefangen und da er doch noch an seinem Leben hing führte er uns brav zu ihrem Versteck, wo sie sich nach gelungener Tat wieder treffen wollten. Also folgten Yasine, Samiana, Balum und ich dem reuigen Sünder, Cerberis und Ahmad hatten von dem ganzen Tumult offensichtlich nichts mitbekommen. Tatsächlich trafen wir dort seinen Spießgesellen, der sich mehr oder weniger freiwillig dazu überreden ließ das Diebesgut zurückzugeben. Dies ging nicht ganz ohne Verletzungen ab, aber nach all den Kämpfen und Abenteuern, die wir in der Vergangenheit überstanden hatten, verstehen wir uns leidlich gut auf das Behandeln von Wunden. So konnten wir am nächsten Praioslauf unsere Reise fortsetzen, fast so als wäre nichts geschehen. Die Diebe überließen wir dem Wirt des Gasthauses, da wir lieber weiterhin das Rennen begleiten wollten.
13. Rondra 13 n. Hal
Ohne weiteren Zwischenfall erreichten wir also dann Gareth, wo wir auch die Ankunft von Prinz Brin erlebten. Ihm, wie auch Syratus, dem Lokalmatador von Gareth, wurde ein rauschender Empfang bereitet. Da wir annahmen, dass man hier in der großen Stadt die Teilnehmer unbehelligt lassen würde, angesichts der überall präsenten Gardisten und des allgemeinen Interesses, setzten wir unseren Weg gleich am nächsten Morgen fort. Erst später erfuhren wir, dass ausgerechnet Syratus in den Gassen Gareths heimtückisch ermordet worden war.
14. Rondra 13 n. Hal
Unser nächstes Ziel war nun Angbar und obwohl wir soweit wie möglich versuchten das Rennen zu überwachen, war es unmöglich, die sich nun häufenden Sabotageakte zu verhindern. Natürlich waren vor allem die führenden Teilnehmer davon betroffen, die aber allesamt nach überstandenen Reparaturen ihren Weg fortsetzen konnten. Ein einziger, nämlich der schwarze Ritter Charos Maramek mit seinem nivesischem Wagenlenker blieb verschont und rückte dadurch fast unaufhaltsam dem immer noch knapp vor Prinz Brin führenden Giselwulf näher. Dies ließ ihn natürlich als den Hauptverdächtigen, der hinter den Anschlägen steckte, erscheinen, aber dafür hatten wir noch keinerlei Beweise, noch nicht!
20. Rondra 13 n. Hal
Nach kurzem Aufenthalt in Angbar ging es nun auf die Schlussetappe nach Winhall, dem Start und Ziel dieses Donnersturmrennens. An der Spitze befand sich nun ein Trio von Fahrern, die wohl den Gewinn des Rennens unter sich ausmachen würden. Dieses Führungstrio wurde nach wie vor, wenn auch nur noch knapp und trotzdem vollkommen überraschend von meinem Bruder Giselwulf angeführt. Wir versuchten möglichst dicht bei den Kontrahenten zu bleiben, wobei wir natürlich einen besonderen Augenmerk auf Charos den Schwarzen legten.
Aber außer dass er seine feurigen, kohlschwarzen Pferde mit einer außerordentlichen Grausamkeit antrieb und schindete und diese trotzdem wie entfesselt liefen ohne dabei zusammenzubrechen, war nichts Auffälliges zu bemerken. Doch jeder der Drei versuchte jetzt das Letzte aus seinen Tieren heraus zu holen. Aber es gelang keinem eine Vorentscheidung zu erzwingen. Wer hätte das geglaubt, dass dieses lange und wahrlich Mensch, Tier und Material zermürbende Rennen am Ende auf ein solch knappes, an Spannung nicht zu überbietendes Finale hinauslaufen würde?
Als wir eine knappe Tagesreise vor Winhall einen kleinen Hügel erreichten, konnten wir einen Blick in ein weites Tal genießen. In der Talsohle floss ein Flüsschen dahin, über welches eine hölzerne Brücke führte. Wir hielten kurz inne, um uns einen Überblick zu verschaffen. Wir sahen Giselwulf in vollem Galopp auf die Brücke zuhalten, er wurde hart von Prinz Brin verfolgt, der ihn mittlerweile fast bis auf hundert Schritt eingeholt hatte. Wir blickten zurück und sahen Charos, den dritten des Führungstrio.
Zu unserem Erstaunen war er jedoch vom Weg, der den Hügel hinauf führte, abgebogen und schlug scheinbar einen Umweg ein. Nun unschlüssig wem wir folgen sollten, ritten wir ein Stück auf dem Hügelkamm entlang, dabei sah ich, wie Giselwulf ohne die Pferde zu zügeln über die Brücke donnerte. Yasine, direkt hinter mir sitzend, hingegen beobachtete wohin Charos seine Pferde lenkte und beschrieb mir entsprechend seine Manöver. Da ertönte aus dem Tal ein gewaltiges Krachen und Splittern. Mit vor Schreck geweiteten Augen sahen wir, dass die Brücke genau als Prinz Brin sie überqueren wollte, zusammengebrochen war!
Der Sohn des Kaisers war tatsächlich mit seinem Gespann und mitsamt der Brücke in die reißenden Fluten gestürzt!
Wir gaben unseren Pferden die Sporen und preschten den Hügel hinab, zu retten wer oder was noch zu retten war. Während wir noch den nicht enden wollenden Weg hinabgaloppierten, konnte ich sehen wie Giselwulf, dem das Unglück offensichtlich nicht entgangen war, seine Pferde herumriss und zur Unglücksstelle zurückfuhr.
Im Angesicht des Schreckens umfing mich trotz allem ein Hauch von Stolz auf meinen lieben Bruder. Den nahen Sieg vor Augen und eben diesen nun riskierend, kehrte er um, um seinem härtesten Kontrahenten zu helfen, ihm vielleicht somit das Leben zu retten!
Natürlich war das auch ein ganz besonderer Kontrahent, immerhin der Sohn unseres Kaisers, aber Giselwulf war ein aufrechter, göttergefälliger Mensch und ich denke dies überwog bei weitem seinen Entschluss. Ich hätte bestimmt nicht anders gehandelt, einem Menschen das Leben zu retten war bei weitem wichtiger als der Sieg bei einem Rennen, auch wenn dies das legendärste Rennen Deres war!
Wie es schien, war Giselwulf sogar der erste, der an der Unglücksstelle angelangt war. Als wir schließlich auch dort anlangten, hatten Farline, Giselwulf und Korgrimm mithilfe des eilig zusammengelaufenem Volke den Kaisersohn und seinen Wagenlenker schon aus dem Wasser gefischt.
Wir hielten und blickten uns um, dabei sah ich wie Giselwulf seinen Kontrahenten einlud mitzufahren, um ihn wenigstens mit nach Winhall mitzunehmen, denn Prinz Brins Gespann war unrettbar verloren. Er war gezwungen, so kurz vor dem Ziel das Rennen aufzugeben und musste letztlich froh wenigstens sein nacktes Leben gerettet zu haben.
Während immer mehr Schaulustige zusammenliefen, bemerkten wir einen Handwerker der sich aus der Menschenmenge löste und sich unauffällig davonstahl. Schnell waren wir Gefährten uns einig, diesem Handwerker zu folgen. Ich beobachtete noch wie Prinz Brin Giselwulfs Einladung dankend annahm und mit seinem Wagenlenker auf die Pritsche von Giselwulfs Wagen kletterte. Wir mussten uns nun aber sputen, den Davoneilenden nicht aus den Augen zu verlieren und folgten ihm in einem gebührenden Abstand. Es fiel sogleich auf, dass er in die gleiche Richtung lief, die auch Charos der Schwarze eingeschlagen hatte.
Als wir dann um die nächste Flussbiegung kamen, sahen wir ihn auch schon, Charos den Schwarzen. Er war von seinem Wagen gestiegen und sprach mit dem Handwerker. Wir beobachteten, wie Caros dem verräterischem Manne einen prall gefüllten Beutel in die Hand drückte.
Dies war nun der bislang fehlende Beweis, den wir brauchten, um den hinterhältigen Saboteur zu überführen!
Charos hatte also jemanden bestochen, die Brücke zum Einsturz zu bringen. Erst jetzt bemerkten wir, dass einige Schritt weiter ein einfache Behelfsbrücke gebaut worden war, die mit wenigen Handgriffen wieder weggezogen werden konnte. Dort standen auch schon einige Gestalten, ganz in schwarz gekleidet und warteten.
Dies waren dann wohl auch seine Helfer, die jene zahlreichen Sabotageakte ausgeführt hatten!
Nun war es an der Zeit ihm sein Handwerk zu legen und ihn dafür zur Rechenschaft zu ziehen!
Ich war nicht gewillt ihn nun einfach laufen zu lassen!
Meinem Pferd die Sporen gebend, preschten wir heran, dabei rief ich ihn an, sodass er uns bemerken musste.
Er traf allerdings auch keine Anstalten zu fliehen, im Gegenteil, er ging zur Seite, zog sein Schwert und stellte sich zum Kampfe. Als ich ihn erreichte, zügelte ich mein Pferd, wenn Charos einen Kampf wollte, so würde ich ihm einen liefern!
Ich hörte, wie die hinter mir auf Farlas Rücken sitzende Yasine leise wohl ein Gebet murmelte und mir die Hand auflegte. Ich dachte bei mir, egal was jetzt auf mich zukommen mochte, es war gut die Macht der Götter hinter einem zu wissen. Ich ließ mich aus dem Sattel gleiten, übergab Yasine die Zügel, dabei drückte ich kurz ihre Hand und nickte ihr dankend zu. Dann zog ich mein Bastardschwert, bereit mich dem Schwarzen zu stellen. Als ich mich so gewappnet dem gleichfalls kampfbereitem Charos näherte, geschah etwas sehr merkwürdiges...
Es fällt mir schwer es zu beschreiben und doch will ich es versuchen...
Es war, als senke sich eine mächtige Aura auf uns herab und umfing uns.
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