| Ausgang der Geschichte |
Nun, liebe Freunde, wie die Geschichte mit dem Alp ausging, wollt ihr wissen? Nun, viel gibt es da nicht zu berichten.
Wie durch ein Wunder kamen wir alle aus dem Kellerraum heraus, in dem das Chaos ausgebrochen war. Wir rannten, als wäre der Namenlose selbst hinter uns her. Khalid mussten wir stützen, er blutete stark aus einer Wunde am Kopf, die ihm eines der Instrumente geschlagen hatte. Er konnte kaum sehen, da ihm das Blut in die Augen lief. Wir stolperten auch prompt einem Magister in die Arme und müssen einen gar fürchterlichen Anblick abgegeben haben: Fünf mehr oder weniger blutverschmierte Novizen, denen das blanke Entsetzen in den Gesichtern geschrieben stand – und das zur frühen Efferdstunde!
Nachdem unsere Blessuren behandelt waren, wurden wir umgehend zum Inquisitorius gebracht, den man sogleich geweckt und unterrichtet hatte. Natürlich hielten wir zusammen wie Pech und Schwefel, nur ein Wahrheitselixier hätte uns entlocken können, was passiert war! Doch dies war nicht nötig: der Alp im Kellerraum tobte wie von Sinnen und wurde schnell entdeckt. Magister Bron, als Spezialist auf diesem Gebiet, entlockte ihm alles, was er wissen musste, bevor er die Schreckgestalt ins Nirgendmeer zurückwarf. Als wir ihn das nächste Mal beim Tribunal sahen, hätte ich nicht sagen können, was furchteinflößender war: die Erinnerung an den Alp oder Magister Brons finsterer Blick...
Wir hatten Glück, dass der Inquisitorius, gleichsam unser Regens, uns gut leiden mochte und ein humorvoller Mensch war. Man war sich schnell einig, dass wir unsere Lektion gelernt hätten und dass man die fünf Besten des Jahrgangs nicht der Academia verweisen würde. Alles wurde intern geregelt. Natürlich kamen wir nicht um Strafe herum, welche uns noch einmal deutlichst die Academieregeln verinnerlichen sollte. So wurde unser „Streich“ bagatellisiert, von den meisten Magistern nur mit einem verstohlenen Lächeln bedacht, und wir verbrachten die nächsten Monde unserer gesamten Freizeit mit der Reinigung der Lehranstalt. All dies nahmen wir leichtmütig hin, zeigten uns reumütig nach außen und alles wäre halb so schlimm gewesen, wären die Unterweisungen in Nekromantie bei Magister Bron nicht gewesen, die seit dem tatsächlich die Gestalt unserer schlimmsten Alpträume annahmen...
Es mag seltsam klingen, aber wir erholten uns relativ schnell von dem Schock. Angst und Entsetzen flüchteten sich ins Reich des Unbewussten und machten sich nur hin und wieder durch einen schlimmen Traum bemerkbar. Mitunter mag es auch daran gelegen haben, dass die anderen Novizen begannen, uns wie Helden zu behandeln und uns ehrfürchtigen Respekt erwiesen. Unsere „Heldentat“ hatte sich schnell herumgesprochen und wir fanden uns ausgesprochen gut in unsere neue Rolle ein!
Zuerst blieben wir vorsichtig, denn man behielt uns im Auge. Doch schon nach einigen Wochen legte sich der Aufruhr und Efferdito begann neue Pläne zu schmieden... schließlich war unser Alltag nun noch trister als zuvor und wir hatten einen Ruf zu verlieren...
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