| benons lied |
Nie hätte ich gedacht, dass Ada mir so fehlen würde. Vor allem in den Abendstunden am Herdfeuer fehlt mir ihre raue Stimme. Seit ich denken kann, saßen wir, wenn das Tagewerk getan war, müde zusammen und erzählten uns Geschichten oder sangen Lieder. Ein Lied gefiel mir besonders, es war zweistimmig und oft bat ich Ada und Iriana, es mir zu vorzusingen. Vor allem, wenn ich Angst vor dem Einschlafen hatte. Wie soll ich erzählen, wie schön es war, wenn die zwei tiefen Stimmen sich erhoben und rings um uns her der Wind durch die Nacht brauste? Sie nannten das Lied: Stimme des Windes. Ich kann es nicht singen, aber davon handelte es:
Heute bin ich ein leises Flüstern
ein zärtliches Raunen, ein fernes Wispern.
Gestern noch stand ich ruhig in der Stille,
morgen sei Brausen und Tosen mein Wille.
Treu trag ich Worte aus deinem Mund,
schimmernd wie Sterne, die fernen.
Willst du nicht meine Sprache lernen?
Sie ist dir fremd, nur du tust dich kund.
Könntest du hören mit Wange und Haut
malt ich drauf nieder, was nie geschaut.
Dein Fühlen würde weit.
Denn mit mir kommt das Salz der Meere,
bunter Sand aus den Wüsten von Dere,
ein Lied aus alter Zeit.
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