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| Tagebuch Teil 1: Eine neue Heldengruppe findet sich |
Beowulf im Ambossgebirge
2. Tsa – 12. Phex 9 n.Hal
Mitten im grimmigen Winter erreichten Balum und ich, am 2. Tsa das Ambossgebirge, die Heimat Balums, Balins Sohn. Am Tage nach unserer Ankunft, nachdem wir uns zünftig, äußerlich und innerlich aufgewärmt hatten, führte mich Balum etwas in seiner Heimat herum. Er zeigte mir so manche verwunderliche und atemberaubende Beispiele zwergischer Handwerks- und Baukunst. Auch stellte er mich verschiedenen Familien- und Stammesangehörigen vor. Was war das für eine Überraschung, als ich mit einem Male Korgrimm gegenüber stand. Jenen jungen und wackeren Recken, mit welchem ich vor vier Götterläufen eine Nacht in einer Höhle im Sichelgebirge verbrachte.
Da gab es ein großes Hallo und was hatte man sich zu erzählen! Dieses unerwartete und freudige Wiedersehen mußte natürlich sofort mit einem starken Zwergenbock begossen werden. Danach verließ uns Balum, der anderen Verpflichtungen nachkommen mußte und mich ja nun in guten Händen wußte. Beim nächsten Biere, wärmten wir erst noch die alte Geschichte auf: “ Weißt Du noch damals in der Höhle....“. Doch schon beim nächsten Bock erzählte mir Korgrimm wortreich vom weiteren, jedoch erfolglosen Verlauf der Drachenjagd. Man habe nicht die geringste Spur dieses Untiers gefunden und trotz alledem endeten die Belästigungen in der Folgezeit. Man habe es wohl immerhin erfolgreich vertrieben. Erst beim nächsten Bier konnte ich ihm erzählen wie meine Suche verlaufen war. Das meine Schwester Farline verschwunden war hatte Korgrimm noch am Rande mitbekommen. Dies war ihm doch schon sehr zu Herzen gegangen, da er sie zwar nur flüchtig kennen gelernt hatte, dem Scheine nach jedoch durchaus von ihr beeindruckt war. Daß jedoch trotz tagelanger Suche nichts ja nicht mal der Hauch einer Spur von ihr zu finden war, löste eine große Bestürzung aus. Auch ich wurde wieder von großer Trauer umfangen. “Meine geliebte Schwester! Warum Du und nicht ich?“ so waren meine Gedanken.
Nach einem weiteren Bier: “Ja das gibt es doch nicht, man kann doch nicht einfach spurlos verschwinden!“, rief der wackere Zwerg, der das wohl gar nicht fassen konnte und wollte. Vielleicht wurde sie entführt, vielleicht lebt die holde Maid ja noch, mutmaßte Korgrimm. Das gab mir wieder frischen Mut, fürwahr vielleicht hat er ja recht? Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung.
Nach weiteren Bieren, Überlegungen und Spekulationen beschlossen wir auf große Fahrt zu gehen und nicht eher zu ruhen bis wir Licht in das Dunkel gebracht hätten. Ja wir schworen uns ewige Waffenbruderschaft mit einem heiligen Eide.
Sofort begannen wir mit den Planungen unserer Expedition.
Wir beschlossen erst beim hiesigen Schmid vorbei zu schauen um uns auszurüsten.
Gerade meine Ausrüstung bedarf eines Schmiedes Hand. Es war faszinierend ihm zuzuschauen und er hatte viele Waffen und Rüstungen hier, doch in Anbetracht meiner geringen Barschaft konnten wir leider nicht ins Geschäft kommen. Aber immerhin war es möglich meinen Smaragd in den Knauf meines Breitschwertes einarbeiten zu lassen wie auch meine sonstigen Rüstungen und Waffen auf Vordermann bringen zu lassen. Bezahlt habe ich mit einer wertvollen Gemme und einige Münzen.
Die Reise zu den Elfen
12. Phex - 26. Ingerimm 9 n. Hal
Nach mehr als einem Götterlauf nach unserem ersten Gelage, bei weitem nicht das letzte während meines Aufenthaltes bei den Zwergen, brachen Korgrimm und ich am 12. Phex auf. Mittlerweile waren wir leidlich gute Freunde geworden, zusammengeschweißt durch unser Erlebnis vor einigen Götterläufen, so wie unseren Schwur nicht eher zu ruhen bis wir etwas über Farlines Schicksal herausgefunden hätten. Eines Tages werde ich zurückkehren um den Kontakt zu dem hiesigen Meisterschmied zu vertiefen.
Unser Ziel war Burg Anbalsaith, der Sitz des mächtigen und klugen Barons Herr Valgor, der Schmied, von Brachfelde ein Elben- und Zwergenfreund. An diesen sollte ich mich auf Geheiß von Eomer wenden um mit seiner Sippe in Kontakt zu treten. 
Am Abend des 28. Peraine 9 n. Hal kamen wir bei Baron Valgor von Brachfelde auf Burg Anbalsaith an. Jener empfing uns freundlich und entgegenkommend. Noch am selben Tag, beim Abendmahle berichtete ich ihm von meinem Anliegen und bat ihn, so er vermöge, mir zu helfen meine Mission zu erfüllen. Er versprach denn auch, die Elfensippe zu benachrichtigen, lud uns ein bei ihm zu verweilen, bis wir Nachricht erhalten mögen.
Einige Praiosläufe später erreichte mich die Kunde, mich am 14. Ingerimm am Waldrand, dort wo der Finsterbach den Bärnwald verlässt, einzufinden. 
Am 14. Ingerimm traf ich an der mir gewiesenen Stelle ein, wo mich ein mit einem Bogen bewaffneter Elf erwartete. Nach dem ich das mir aufgetragene Losungswort genannt hatte hieß er mich ihm zu folgen. Die ganze Nacht führte er mich abseits aller Wege durch den Wald, sodaß ich bald jegliche Orientierung verlor. Am späten Mittag des folgenden Praioslaufes langten wir auf einer großen Lichtung an, wo mich weitere Elfen empfingen. Einer von ihnen, wohl ihr Anführer, begrüßte mich freundlich mit Handschlag.
An das nun folgende kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern, es kommt mir vor als wäre alles nur ein schöner Traum gewesen. Ich war wie verzaubert. Was ich noch weiß will ich schreiben:
Ich erzählte von meinem Abenteuer mit Eomer, übergab seine Harfe und erfüllte somit seinen letzten Wunsch. Auch teilte ich ihnen seine letzten Worte mit. Kurze Zeit später, so kam es mir vor, brach ich wieder gen Norden auf um die unterbrochene Reise mit Korgrimm fortzusetzen. Wie überrascht war ich, als ich von diesem erfuhr, daß man nun schon den 26. Ingerimm im Jahre 9 nach Hal schrieb. Mir war als wäre ich nur wenige Stunden bei den Elfen gewesen, dabei waren es sechs volle Praiosläufe gewesen. Während Baron Valgor darob nur wohlwissend schmunzelte grummelte Korgrimm nicht wenig ihn so lange warten zu lassen. Der Baron habe zwar wohl für allerlei Kurzweil gesorgt, aber man habe ja schließlich noch einiges vor. Und so brachen wir gleich am nächsten Morgen auf um nach der Drachenfels zu reisen.
Reise auf Burg Drachenfels
27.Ingerimm - 5. Rahja 9 n. Hal
Die Reise zur Burg Drachenfels führte uns durch Trallop, wo wir erfuhren, daß in wenigen Tagen ein größerer Markt stattfinden solle. Wir fassten den Entschluss diesen zu besuchen bevor uns unsere Reise weiter in die schwarze Sichel führen würde.
Auf Burg Drachenfels
5. Rahja – 13. Rahja 9 n. Hal
Am 5. Rahja traf ich , Beowulf von Drachenfels in Begleitung des wackeren Zwerges Korgrimm nach nun mehr beinahe zwei Götterläufen wieder in meiner Heimstatt Burg Drachenfels ein.
Groß war die Wiedersehensfreude, vor allem mein jüngerer Bruder Giselwulf, nun stolze 15 Jahre alt, war außer sich vor Freude. Er folgte mir die nächsten Tage wie ein Schatten und lauschte stets gebannt meinen Erzählungen. Natürlich gab es viel zu erzählen, ich erfuhr, was mich sehr betrübte, daß man harte Zeiten durchlebe. Gerade der letzte Winter sei gar arg grimmig gewesen und man sei nun hoch verschuldet. Ja man könne noch nicht einmal den Jungen, der aus den alten Sachen herausgewachsen sei, neu rüsten, auf das auch er das rondragefällige Waffenhandwerk lernen möge.
So gab ich gerne, was ich entbehren konnte. Meinem Herrn Vater 25 Dukaten, um die ärgste Not zu lindern. Dies beglückte ihn sehr und ließ ihn zuversichtlicher werden, auch wenn es bei weiten nicht reichte. Auch bei der Ausstattung des jungen Giselwulf konnte ich helfen. Ich gab ihm mein Kettenzeug, meinen mit unserem Wappen bemalten Schild und zuletzt mein gutes Breitschwert. Gerade dies erfüllte ihn mit besonderem Stolz, da es meinem treuen Langschwert aufgrund des Edelsteins zu Ehren Rondras sehr ähnelte. Im Verlauf des abendlichen Umtrunks, erzählten wir, meiner Familie von unseren Plänen, welche diese sehr unterschiedlich aufnahmen. Während Giselwulf sofort begeistert war und am liebsten aufgebrochen und mitgezogen wäre am besten noch im Nachtgewande schalt mich mein Vater einen Narren, solchen Hirngespinsten nachzujagen. Korgrimm und ich ließen uns nicht beirren, sintemal mein Herr Vater zugeben mußte, schmerzhaft wie es war, daß auch er gerne wüßte, welch Schicksal über unsere holde Schwester gekommen war. Nach einem letzten Umtrunk im Gedenken der Schwester und unserer seligen Mutter begaben wir uns zur Nachtruhe.
5. Rahja – 13. Rahja 9 n. Hal
Heute erreichte uns ein seltsamer Bote, gesandt von dem reichen Handelsherren Stoerrebrandt. Meine Familie war fürbaß erstaunt, welch weitreichenden Verbindungen ich doch habe, zumal dies eine Bestätigung meiner Geschichte war. Die Kunde war folgende:
Nach der Erledigung des vorangegangenem Auftrags zur vollsten Zufriedenheit, habe man nun einen neuen Auftrag für den wackeren Beowulf. Man solle eine Rondrastatue in Beilunk abholen, diese überführen und
der berühmten Amazonenkönigin Yppolita überreichen. Dabei soll herausgefunden werden, warum der Safranhandel mit den Amazonen abgebrochen sei. Als Entlohnung biete man die Tilgung der Schulden des Anwesen Drachenfels des letzen Winters, sowie 50 Dukaten für jeden Begleiter. Man solle nur möglichst bald aufbrechen, und noch darauf achten, weibliche Gefährten mit auf die Reise zu nehmen, falls die Amazonen nicht gewillt seien mit Männern zu verhandeln. Ohne lange zu überlegen nahm ich den Auftrag an. Schließlich war ich meiner Familie, die mir eine gute Ausbildung zu Baliho ermöglicht hatte, es schuldig. Korgrimm war auch schnell dabei, in Anbetracht des Soldes. So beschlossen wir alsbald aufzubrechen. Unser Weg sollte uns nach Trallop und weiter über die Reichstraße durch die Drachenspalte nach Salthel führen. So wäre es uns auch möglich unseren Nachforschungen nachzugehen, um dann über Ysilia nach Beilunk weiterzureisen.
Nun von den Sorgen befreit schaltete sich mein Herr Vater ein, ja ließ sich von unserer Begeisterung und unserem Tatendrang anstecken und machte den Vorschlag mit uns allen, auch Giselwulf nach Trallop auf den dort stattfindenden Markt zu ziehen. So könne man noch mal mit der Familie eine gefällige Zeit verbringen, bevor man wieder für ungewisse Zeit Abschied nehmen müsse.
Des Abends bat mich mein Herr Vater in sein Privatgemach um unter vier Augen mit mir zu reden. Er dankte mir, daß ich solche unbekannten Gefahren auf mich nehmen wolle um der Familie zu helfen. Er war ganz gerührt, darüber hinaus bat er mich, sollte ich wider Erwarten doch etwas über den Verbleib Farlines herausfinden, ihm doch unverzüglich eine Nachricht zu kommen zu lassen. Was ich natürlich versprach. Zuletzt gab er mir noch sein altes Langschwert, welches er schon lange aufbewahrte, aber erst noch geschärft werde mußte. Er bedauerte mir nicht mehr mitgeben zu könne. Ich war sehr gerührt und wollte dieses Geschenk nicht nehmen, mußte es dann aber doch. Ich dankte und sagte es wäre schon mehr als genug, auch zu wissen, die Familie sei mit einem.
Nach einigen, viel zu kurzen unbeschwerten Tagen im Kreise der Familie brachen wir am 13. Rahja nach Trallop auf, wo wir am 17. Rahja anlangten. Leider hielten meinen älteren Bruder die Geschäfte fest, sodaß er auf Drachenfels zurückbleiben mußte. Wir, mein Herr Vater, mein Bruder Giselwulf, Korgrimm der Zwerg und ich genossen den Trubel in Trallop.
Nachdem Korgrimm und ich unsere Geschäfte erledigt hatten, will heißen, mein Schwert geschärft, die Ausrüstung komplettiert und uns mit Proviant eingedeckt hatten ( mir blieben gerade noch 7 Dukaten) hieß es Abschied nehmen.
20. Rahja 9 n. Hal
Heute in der Frühe brachen Korgrimm und ich auf, nachdem ich mich von meiner Familie verabschiedet hatte, meinem Bruder Giselwulf mußte ich versprechen regelmäßig über meine Abenteuer zu schreiben und berichten, wandten wir unsere Schritte gen Osten.
Zunächst nahmen wir die Reichsstraße nach Norden bis wir das trutzige Städtchen Braunsfurt erreichten. Von dort führte uns unser Weg entlang der sogenannten tobrischen Straße nach Osten.
Durch die Brauenklamm auch Drachenspalte genannt erreichten wir vier Tage später, also am 24. Rahja Salthel, die letzte feste Bastion, bevor endgültig die Wildnis beginnt.
Hinter Salthel gabelt sich die tobrische Straße, wir nahmen den östlichen Zweig, den Sichelstieg, wo wir bald “unsere Höhle“ zu erreichten suchten.
In der schwarzen Sichel
27. Rahja 9 n. Hal
Heute morgen wichen wir vom Pfade ab, um jene Höhle zu suchen, in der wir unsere erste “Heldentat“ vollbrachten! Weit und breit war keine Menschenseele noch ein anderes Lebewesen zu erblicken, wie überrascht waren wir, als wir gegen Mittag an der Höhle anlangten und dort eine junge, schöne, anbetracht der schroffen Wildnis fehl am Platz wirkende Elfe antrafen. Fast gleichgültig saß sie dort, sie gab uns zu verstehen, daß sie schon lange auf uns warten würde. Noch überraschter, ja beinah fassungslos war ich als sie mir einen kleine Ring gab, den ich sofort wieder erkannte. Es war der Ring , den ich Farline schenkte, als sie ein Jahr nach mir an der Schule Schild und Schwert zu Baliho aufgenommen wurde. Lange Zeit hatte sie unsere Eltern bekniet und darum gekämpft mir auf die Schule zu folgen, waren wir doch zeitlebens unzertrennlich gewesen.
Als es dann soweit war, hatte ich zwei gleiche Ringe machen lassen, in Drachenform mit unseren jeweiligen Namenszügen. Es sollte unsere Unzertrennlichkeit auch nach außen zeigen. Ausgerechnet diesen Ring hielt diese Elfe in der Hand! Es war kaum zu glauben! Wir hatten noch nicht einmal angefangen zu suchen, da präsentiert uns diese Elfe, Samiana ist ihr Name, schon eine Spur, genauso etwas hatte ich mir erhofft!
Ich hörte Korgrimm noch etwas in seinen Bart grummeln, klang wie “welch Hochnäsigkeit...“ oder so ähnlich. Nichtsdestotrotz kam mir just der Gedanke sie zu bitten uns zu begleiten, weiterhin auf der Suche denn sie scheint ja durchaus sehr fähig zu sein. Auch bei unserer Mission zu den Amazonen könnte sie von Nutzen sein, schließlich ist sie eine Frau, es dürfte nur etwas schwierig sein, den guten Korgrimm zu überzeugen. Zunächst jedoch verwundert es mich doch sehr, woher die Elfe von meiner Schwester und dieser Höhle? Ist da etwa Zauberei im Spiel, zugegeben war es hilfreich, ob wir diesen Ring je gefunden hätten. Wir müssen reden. So hub ich an:
“Herrin, zunächst muß ich Euch aufrichtig danken, Ihr habt uns einen großen Dienst erwiesen. Laßt uns hier rasten, denn es gibt viel zu reden, bitte seid unser Gast.“ So taten wir.
Kurze Zeit später, wir hatten gerade unser Mahl beendet, bat ich die fremdartige Herrin Samiana uns doch alles zu erzählen. Zunächst erzählte sie, daß sie von ihrer Sippe auserwählt wurde, uns zu folgen und bei der Suche behilflich zu sein. Man wollte sich gerne für den Dienst den ich ihnen erwiesen hatte erkenntlich zeigen. So sei sie uns gefolgt bis zur Burg Drachenfels, hatte sich jedoch entschieden uns voraus zu eilen, aus meinen Erzählungen wußte sie ja wo sie die Suche beginnen konnte. Zuerst habe sie die nähere Umgebung der Höhle abgesucht, dort jedoch nichts gefunden. Obwohl sie die Suche dann nach und nach weiter ausgedehnt habe, konnte sie nichts finden. Erst als sie schon aufgegeben hatte, auf den Pfad zurückkehrte um uns entgegen zu ziehen habe sie etwa zwei Tagesreisen östlich nahe bei des Weges diesen Ring gefunden. Da sie damals im Bärnwald einen ähnlichen Ring an meinem Finger gesehen hatte kam sie zu dem Schluß, daß sie wohl einen ersten Hinweis auf Farlines Verschwinden gefunden hatte. So kehrte sie zur Höhle zurück, wo sie nun seit geraumer Zeit unser Eintreffen erwartete.
Als sie ihre Erzählungen beendet hatte, waren wir beide fürbaß erstaunt, vor allem ich war überwältigt, ob der Scharfsinnigkeit dieses so anmutenden, bezaubernden und etwas rätselhaften und fremdartigen Wesens. Während Korgrimm einerseits durchaus Anerkennung zollte, doch andererseits angesichts ihrer offensichtlichen Reize und Anmut gänzlich unempfänglich blieb. So ergriff ich das Wort, dankte nochmals und sprach von unserem neuerlichen Auftrag und dessen Dringlichkeit, der uns somit wenig Muße lasse für die weitere Suche. Ich bat sie, sehr zum Entsetzen Korgrimms, uns zu begleiten. Auch sie war zunächst eher zurückhaltend, mein Ansinnen betreffend. Es bedurfte enormer Überzeugungskraft meinerseits, sowohl bei Korgrimm als auch bei Herrin Samiana. Doch ich gab nicht so schnell auf, denn je länger desto mehr
Kam ich zu der Überzeugung, daß unser Zusammentreffen götterbestimmt sein mußte und der Erfolg unserer Mission von unserer Gemeinschaft abhängig sein könnte. Zugegebenermaßen konnte ich den Gedanken nicht ertragen dieses bezaubernde und doch rätselhafte Wesen sobald schon wieder verlassen zu müssen.
Schlussendlich war mein Bemühen mit Erfolg gekrönt, worüber ich mehr als nur erleichtert war. Da es darüber nun schon Abend geworden war, beschlossen wir die Nacht im Schutz der Höhle zu verbringen um am nächsten Tag gemeinsam weiterzuziehen.
Reise nach Ysilia
30. Rahja 9 n. Hal
Nach drei ereignislosen Tagen, abgesehen von gelegentlichen gegenseitigen Sticheleien meiner Gefährten, erreichten wir am 30. Rahja die Stelle, an der Samiana den Ring meiner Schwester gefunden hatte. Das letzte Tageslicht nutzend untersuchten wir die nähere Umgebung gründlich, jedoch erfolglos. In Gedenken meiner geliebten Schwester bat ich die anderen genau an jenem Platze Rast zu machen und die Nacht zu verbringen.
In jener Nacht fühlte ich mich Farline sehr verbunden und hatte seltsame Träume, die mir vor allem den Glauben stärkten, daß meine Schwester noch am Leben ist.
1. Praios 10 n. Hal

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf um weiter gen Ysilia zu ziehen. Weiter Ausschau haltend machten wir gegen Mittag einen grausigen Fund, etwas abseits des Weges entdeckten wir die kahlen Knochen eines Menschen, mir wollte schon das Herz den Dienst versagen. Bei eingehender Unter-suchung fanden wir außer den Knochen sonst nichts, nur noch mehr Knochen. Mitten in dieser Einöde scheint das wahrhaftig rätselhaft. Nachdem wir die Gebeine unter einigen Gebeten notdürftig bestattet hatten zogen wir weiter.
Nach geraumer Zeit bemerkte Samiana einen zunehmend stärker werdenden Gestank, wir die wir nichts riechen konnten schenkten dem zunächst keine größere Beachtung. Bis plötzlich ein wütender Oger aus dem Gebüsch brach und uns heftigst angriff.
Da Samiana kurz zuvor nochmals gewarnt, ich schon vorsorglich blank gezogen hatte, konnte ich dem Angriff gut begegnen.
Mit Rondras Hilfe überstanden wir den kurzen, heftigen Kampf nahezu schadlos. Lediglich Korgrimm, welcher wahrhaft tollkühn kämpfte wurde getroffen. Anbei muß ich bemerken, daß auch Herrin Samiana äußerst beeindruckend kämpfte. Da dieses Untier erbärmlich nach ranzigem Fett stank, mit welchem der Unhold am ganzen Köper eingeschmiert war, zogen wir schnell weiter.
Einige Meilen später schlugen wir bei Einbruch der Nacht unser Lager auf.

Obwohl Korgrimm den Platz für sicher hielt und sich gleich zur Ruhe bettete, auch um seine Wunden zu pflegen, verständigten Samiana und ich sicherheitshalber doch abwechselnd Wache zu halten. Noch während der ersten Wache, Samianas, wurden wir wieder, dieses mal gleich von zwei Oger überfallen. Nachdem auch diese Oger gefällt waren, dank der Götter Hilfe, kamen wir überein, mittels Eilmarsch zum nächsten Weiler Kleinwardstein zu gelangen. Nach den gemachten Erfahrungen verließen wir uns nun ganz auf Samianas Gespür, die meinte weitere Oger im Anmarsch riechen zu können.
Als wir Kleinwardstein erreichten, mußten wir feststellen, daß wir wohl schon zu spät gekommen waren. Der kleine Weiler war schon von einer Gruppe Oger heimgesucht worden. Diese waren jedoch, meine Feder sträubt sich schier weiterzuschreiben, nachdem sie ihren ersten Hunger gestillt hatten, weitergezogen. Ein Großteil der überlebenden Bevölkerung hatte den Ort aus Furcht vor weiteren Oger verlassen, um nach Ysilia zu fliehen. Lediglich ein knappes Hundert, meist Alte weigerte sich standhaft ihre Heimat zu verlassen, was aber wohl ihren sicheren Tod bedeutet hätte. Ich konnte diese armen, schwachen und wehrlosen Leute doch nicht einfach schutzlos zurücklassen und dem Tod ausliefern! Ich sah mich schon hier kämpfend, aber eher sinnlos sterben, beim Versuch das Leben dieser Menschen zu retten. Als Samiana einen letzten Versuch unternahm, sie doch noch umzustimmen, lenkten sie, Praios sei dank, wie durch Zauberei, plötzlich ein. Eilends fingen sie an ein paar wenige Habseligkeiten auf ihre Karren zu packen und binnen kürzester Zeit konnten wir aufbrechen.
Ich schätze, solange sich diese sprichwörtlich bezaubernde Elfe in meiner Gesellschaft befindet, werde ich mit manchmalig auftretenden, mysteriösen, teils wenig vertrauenerweckenden Vorkommnissen gewöhnen müssen. Ob ich dies kann, weiß ich nicht, schließlich ist es bestimmt nicht rondragefällig und ungefährlich vielleicht auch nicht.
Ysilia
2. Praios 9 n. Hal
Nach einem wahrhaft erschöpfendem Gewaltmarsch konnten wir in der Praiosdämmerung auf die Stadt Ysilia blicken, und dieser Blick war wirklich ernüchternd. Von allen Seiten sah man, soweit das Auge reichte, diese stinkenden Oger auf Ysilia marschieren.
Lediglich gen Mittag war keinerlei Bewegung selbst für das scharfe Auge Samianas zu erkennen.
Mit knapper Not, unter Aufbringung der allerletzten Kraftreserven erreichten wir die Mauern Ysilias, wo wir sogleich den Hesindetempel aufsuchten, um für die zweifellos bevorstehende Schlacht Kraft zu schöpfen.
Daraufhin gedachten wir, auf Korgrimms Wunsch, die Magierakademie zu Ysilia aufzusuchen. Auf den Weg dahin passierten wir den Marktplatz. Dort hielt der wackere Herzog Kunibald von Ehrenstein eine Ansprache, in der er die Bevölkerung aufrief in den Häusern zu bleiben. Das waffenfähige Volk jedoch solle sich am Stadttor sammeln, um dem Feinde entgegenzuziehen. Also beg
aben wir uns sogleich zum Tor, dort wurden wir Zeugen von Geschehnissen, an die es mir selbst jetzt schwer fällt, Tage danach, viele Meilen davon entfernt hier in Beilunk mich daran zu erinnern. Geschweige denn mag ich darüber zu schreiben. Dabei müsste ich so dringend meinem Herrn Vater davon berichten.
Hier will ich nur soviel schreiben, daß die Stadt nachdem sie vom Herzog nach aussichtslosem Kampf aufgeben werden musste, von den entfesselten, ja wahnsinnigen Ogerhorden regelrecht dem Erdboden gleichgemacht wurde. Bitter wie es ist muß man feststellen:
Yisilia existiert nicht mehr!!
Auch wir wandten uns zur Flucht, hoch zu Pferde, da diese armen Geschöpfe wahnsinnig vor Angst und herrenlos wie sie geworden waren früher oder später den Ogern zum Opfer gefallen wären.
Während der Herzog sich mit seinem Volk nach Mendena wandte, welches er zu seiner neuen Hauptstadt zu machen gedenkt, ritten wir nach Beilunk.
In Beilunk
6. Praios 10 n. Hal
Als wir dort, wie angewiesen beim Kontor des werten Herrn Stoerrebrandt vorstellig wurden, fanden wir dort eine junge Tulamidin vor, dem Tode näher denn dem Leben. Wie wir herausfanden wurde sie von einem schmierigem Hafenwirt mittels einer Fischmahlzeit auf Geheiß eines Herrn Hodaki vergiftet. Dank eines eilends herbeigerufenen Heilers und den Informationen die wir herausfanden konnte sie noch gerettet werden. Was für uns, im nachhinein noch an besonderer Bedeutung gewann, war sie doch diejenige, die uns die Staue der Herrin Rondra übergeben sollte. Von ihr erhielten wir noch weitere erschütternde Nachrichten, sollte Ysilia nicht Ziel, sondern vielleicht nur eine erste Station der Ogerhorden gewesen sein?
Wir müssen uns gut beratschlagen, wie wir weiter vorgehen, andererseits drängt die Zeit, was geschieht jetzt mit dieser merkwürdigen, jungen Frau? Sie hat ein seltsames Amulett, mit einem Halbmondbildnis drauf welches ihr viel zu bedeuten scheint. Ist ihr Leben weiterhin in Gefahr?
Ich komme mir vor als wäre ich Treibgut, vom Meer von Norden her an den Strand von Beilunk gespült, welches in Bälde erneut fortgerissen wird, mit unbekanntem Ziel. Bin ich wirklich noch Herr meiner Geschicke?
Nach diesem ereignisreichem Tag saßen wir, Samiana, Korgrimm und jene junge Tulamidin, Yasine Saba Deniz und ich in einer ruhigen Pension zusammen. Als Dank für die Rettung in höchster Not lud uns Yasine zum Essen ein und übernahm auch die Kosten der Übernachtung für uns und unsere Pferde.
Beim Mahle zunächst stellten wir uns einander vor und sprachen lange Zeit. Yasine erzählte, sie sei eine Rechtsgelehrte, die vom werten Herrn Stoerrebrandt den Auftrag übernommen habe, die Statue nach Beilunk zu bringen, um sie dann mir zu übergeben. Dabei wurde ihr noch ein Brief übergeben, den sie einem gewissen Herrn Hodaki übergeben sollte. Wohl von übermäßiger Neugier getrieben, habe sie dem verwerflichen Ansinnen den Brief zu öffnen nicht widerstehen können und somit den schmachvollen Inhalt desselben gelesen. Dies erwies sich letztendlich als wichtig wie auch gefährlich. Denn obwohl sie den Brief wieder gut verschlossen habe, muß dieser Hodaki es wohl doch bemerkt haben. Somit würde sich auch dessen, dank der Hilfe der Götter, misslungenen Giftanschlag erklären.
Darob diesem wenig ehrenvollen Tuns, fand sie nun heraus, daß ein gewisser Magier namens Galotta, seines Zeichens ehemaliger Hofmagier zu Gareth, hinter dem Zerstörungsmarsch der Ogerhorden steckt. Dabei sei Seine Exzellenz Kaiser Hal ihm wohl auf die Schliche gekommen und habe daraufhin einen Boten zur Warnung seiner Base nach Rommilys geschickt. Eben jenen solle nun erwähnter Hodaki vor Erreichen seines Zieles abfangen und ausschalten, um dann weiterer Anweisungen in Rommilys zu harren.
Somit stellte sich uns nun die Frage, sollten wir unsererseits versuchen diesen Hodaki abzufangen, oder sollte dies misslingen gegebenenfalls selbst des Kaisers Base warnen?
Oder aber wie bisher gedacht nun die Statue zu den Amazonen zu bringen und so unseren Auftrag zu erledigen? Vielleicht konnte man ja auch, angesichts dieser Bedrohung die Hilfe der streitbaren Amazonen mobilisieren?
Ich für meinen Teil würde jedenfalls gerne zuerst meine Mission erfüllen, schließlich habe ich mein Wort gegeben die Sache baldigst zu erledigen. Zumal ja auch das Lehen meiner Familie darauf angewiesen ist. Zuletzt käme in Betracht, daß nach zufriedenstellender, schneller Erledigung genannter Handelsherr eventuell nochmals meine Dienste in Anspruch nehmen könnte, was bei meiner meist prekären finanzieller Situation mir sehr gelegen käme. Sehr von Nutzen wäre es auch, so denke ich, wenn jene junge, zugegebenermaßen etwas rätselhafte und doch anziehende Tulamidin sich uns anschließen würde. So scheint sie doch eine gebildete, menschliche Frau, die uns bei den Verhandlungen mit den Amazonen gut helfen könnte. Als Problem stellte sich dann heraus, daß sie gerne gleich diesem Hodaki, allein schon aus persönlichen Gründen nachsetzen würde. Ich versicherte ihr, daß es auch mein Anliegen ist die abscheulichen Pläne dieses niederträchtigen Galotta zu durchkreuzen und für die schon begangenen Verbrechen die gerechte Strafe zukommen zu lassen. Und nicht auszudenken, wenn unsere herrliche und stolze Kaiserstadt Gareth das Schicksal Ysilias widerfahren würde.
So kamen wir überein, gleich am nächsten Morgen zeitig aufzubrechen, gen Shamaham zu reisen, in der Hoffnung sogleich den Kontakt zu den Amazonen zu erlangen. Sollte dies sich als langwierigeres Unterfangen herausstellen, so wollten wir sogleich umkehren um es zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen. Unter diesen Vorrausetzungen nun schloss sich Yasine uns an, wobei ich mir den Eindruck nicht verwehren konnte, daß gerade die Erwähnung einer Entlohnung durch den werten Herren Stoerrebrandt ihr diese Entscheidung sehr vereinfachte. Dies obwohl sie, wie auch Korgrimm verlauten ließ, durchaus einen wohlhabenden Eindruck machte.
Nachdem ich nun noch ein Brief an meinen Herrn Vater geschrieben habe, um ihn wie versprochen getreulich von den Ereignissen zu berichten, werde ich mich zur all zu kurzen Nachtruhe begeben.
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